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Gab es Streit mit Merkel um die Lockerungen?

Germany Virus Outbreak Soccer
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Die Kontaktbeschränkungen in Deutschland zur Eindämmung des Coronavirus werden verlängert, aber stark gelockert. Die 1. und die 2. Bundesliga sollen Mitte Mai mit Geisterspielen wieder beginnen.

Offenbar gab es bei der Telefonkonferenz von Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder auch einige Meinungsverschiedenheiten. Die Kanzlerin mahnte immer wieder zur Vorsicht. Mehrere Länderchefs - darunter auch Markus Söder, der mit Bayern das am schlimmsten vom Coronavirus getroffene Bundesland vertritt - hatten schon am Dienstag ihre Pläne für Lockerungen vorgestellt. Damit hatten sie gezeigt, dass sie die Gespräche mit der Kanzlerin für ihre Entscheidungen erst gar nicht abwarten wollten.

Offenbar hat die Bundeskanzlerin am Ende die Verantwortung weitgehend an die Länderchefs abgegeben.

Langsam aus der Kontaktsperre

So dürfen sich in Zukunft mehrere Personen aus zwei Haushalten eingeschränkt treffen. Das verlautete aus Teilnehmerkreisen der Telefonschalte von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der 16 deutschen Bundesländer. Die Kontaktbeschränkungen werden bis zum 5. Juni prinzipiell in Kraft bleiben.

Bisher konnten Menschen nur allein, mit einer Person eines anderen Haushalts oder mit den eigenen Angehörigen auf die Straße gehen.

In Sachsen-Anhalt gelten schon jetzt weniger strikte Regeln. Die Bundesländer haben auch in Zukunft die Entscheidungshoheit über das Ausmaß der Lockerungen.

Schulen, Sportclubs, Geschäfte

Deutschlandweit sollen alle Geschäfte jetzt wieder geöffnet werden - unabhängig von ihrer Größe.

Die Wirtschaftsminister der Länder wollen Gaststätten zwischen dem 9. und dem 22. Mai schrittweise wieder eröffnen.

Noch vor den Sommerferien soll es wieder Präsenzunterricht an den Schulen geben. Der Notbetrieb an Kitas soll vom 11. Mai an ausgeweitet werden.

Je nach Ermessen der Länder können auch Fitnessstudios und Sportvereine ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das gleiche gilt für Theater, Hotels, Kinos und Bordelle. Großveranstaltungen wie Konzerte oder Schützenfeste bleiben untersagt.

Notbremse bei Neuinfektionen

Wenn es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt und innerhalb von einer Woche gibt, werden die Corona-Regeln dort wieder verschärft. Darauf einigten sich der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Telefonkonferenz.

In verschiedenen Bundesländern werden die Lockerungen unterschiedlich rasch umgesetzt.

Die Kontaktbeschränkungen gelten in Deutschland seit dem 22. März.