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"Wir lassen uns nicht mundtot machen" Wieder Demos gegen Corona-Regeln

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"Wir lassen uns nicht mundtot machen" Wieder Demos gegen Corona-Regeln
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In Europa hat es in verschiedenen Städten erneut Proteste gegen die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gegeben. Im Londoner Hyde Park versammelten sich Dutzende Menschen. Die Polizei verhaftete mehrere Demonstranten. Mit mehr als 34.000 Toten ist Großbritannien in Europa das am schwersten von der Pandemie betroffene Land. Seit Freitag gab es 468 neue Opfer.

In Mailand haben viele Gastronomen gegen die Hygieneregeln und für mehr Unterstützung durch die Regierung protestiert. In Italien dürfen Restaurants und Bars so wie Friseure und der Einzelhandel ab Montag wieder öffnen. Für viele sind die Auflagen unklar oder nicht umsetzbar:

Er werde am Montag nicht wieder aufmachen, so ein Restaurantbesitzer, weil es sich nicht lohnen würde, da er genauso viele Tische bewirten dürfe wie er Angestellte habe. Essen auszuliefern komme für ihn ebenfalls nicht in Frage. Es sei schwer zu verstehen, was man dürfe und was nicht.

Auch in vielen deutschen Städten gab es Demonstrationen. In München versammelten sich auf der Theresienwiese 1000 Menschen, mehr ließ die Polizei nicht aufs Gelände, da nicht mehr Teilnehmer genehmigt worden waren. Daraufhin gab es außerhalb des Geländes Menschenansammlungen. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise aus und nahm die Personalien Dutzender Demonstranten auf.

"Wir lassen uns nicht mundtot machen", erklärte eine junge Frau in München am Rande der Anti-Corona-Regeln-Demo, sie wollte vor allem keinen Mund-Nase-Schutz tragen, sperrt sich gegen die Pflicht.

Eine Rednerin in München kündigte an, "nächste Woche hier mit 10 000 Menschen stehen" zu wollen.

Die meisten TeilnehmerInnen waren an diesem Samstag - wie schon in den vergangenen Wochen - in Stuttgart. Auf dem Cannstatter Wasen herrschten diesmal strengere Auflagen für den Protest - nur 5000 Teilnehmer waren erlaubt. Da mehr Demonstranten kamen, fanden sich zahlreiche Menschen auch außerhalb des ausgewiesenen Geländes zusammen. Eine Beschwerde der Veranstalter gegen die Auflagen hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg zurückgewiesen. Der Veranstalter kündigte an, erneut vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Bundes- und Landesregierung müssten vom Verfassungsschutz beobachtet werden, forderte er.

In Stuttgart galt für die Demonstranten ein Mindestabstand von 2,5 Metern. Viele Deutschlandflaggen, aber auch Friedensflaggen waren in der Menge zu sehen. Vereinzelte Teilnehmer riefen «Volksverdummung» und «Lügenpresse» in die Menge. Nur wenige Teilnehmer trugen Mund-Nasen-Schutz. Maskenpflicht sei moderne Sklaverei, war auf einem Pappschild zu sehen. «Corona ist Fake» stand auf einem Plakat, «Gib Gates keine Chance» auf einigen weiteren.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer versuchte sich im Dialog, was aber offenbar misslang.

Gegenprotest in Berlin

Begleitet von Gegenprotest haben auch in Berlin erneut Hunderte Menschen gegen die Corona-Regeln demonstriert. Am Reichstagsgebäude hielt der bekannte Koch Attila Hildmann eine Kundgebung ab. Der Alexanderplatz und die Volksbühne, wo in den vergangenen Wochen Tausende zusammenkamen, waren weiträumig abgesperrt. Anders als am vergangenen Wochenende verliefen die Proteste laut Polizei ohne größere Zwischenfälle - es gab jedoch 200 vorläufige Festnahmen und Identitätsfeststellungen. In einigen Fällen wehrten sich die Festgenommenen heftig und es kam zu Rangeleien mit der Polizei. Zwei Beamte wurden im Laufe des Tages bei derartigen Vorfällen leicht verletzt. Die Polizei sorgte mit 1000 Kräften für den nötigen Abstand.

Oliver Pocher vs Attila Hildmann

Für Aufsehen sorgte in Berlin vor dem Reichstag der Moderator Oliver Pocher, der offenbar mit dem Vegan-Koch Attila Hildmann, der schon seit Wochen gegen die Corona-Regeln mobil macht, diskutieren wollte.

Pocher wurde dann von der Polizei wegbegleitet.

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Oliver Pocher verlässt die Demo unter PolizeischutzCopyright 2020 The Associated Press. All rights reservedMichael Sohn