Eilmeldung
This content is not available in your region

LGBTI-Umfrage: Jeder Fünfte sieht sich am Arbeitsplatz diskriminiert

(Archiv) Eine Teilnehmerin auf der LGTBI-Pride Parade in Lissabon (Photo by JOSE MANUEL RIBEIRO / AFP)
(Archiv) Eine Teilnehmerin auf der LGTBI-Pride Parade in Lissabon (Photo by JOSE MANUEL RIBEIRO / AFP)   -   Copyright  JOSE MANUEL RIBEIRO/AFP or licensors
Schriftgrösse Aa Aa

Diskriminierungen von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen in Europa sind nach wie vor an der Tagesordnung. Das fand eine vor Kurzem veröffentlichte Umfrage heraus.

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) befragte 2019 insgesamt 140.000 Menschen und fand heraus, dass sich jeder Fünfte am Arbeitsplatz benachteiligt sieht. Sogar jeder Dritte fühlt sich "diskriminiert, wenn er ausgeht und soziale Kontakte pflegt".

Die Situation in Österreich wurde von den Befragten positiver beurteilt als im EU-Durchschnitt.

Körperliche und verbale Gewalt

"Obwohl in den letzten Jahren wichtige Fortschritte gemacht wurden, was die Gleichberechtigung der LGBTI-Personen in der EU betrifft, stellen wir fest, dass es eine hohe Diskriminierungsrate gibt", sagte die EU-Kommissarin für Gleichstellung Helena Dalli kurz vor dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Seit dem 17. Mai 1990 stuft die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität offiziell nicht mehr als Geisteskrankheit ein.

Trotzdem sehen sich Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle in der EU weiter benachteiligt. Der Umfrage zufolge vermeiden es 60 Prozent der Befragten, in der Öffentlichkeit Hand zu halten.

20 Prozent der befragten Trans- und Intersexuellen wurden bereits körperlich angegriffen oder sexuell belästigt - doppelt soviele wie in den anderen LGBTI-Gruppen.

Ungleiche Rechtslage in der EU

Es gibt weiterhin EU-Staaten, die gleichgeschlechtliche Ehen oder Partnerschaften nicht anerkennen, darunter Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Litauen, Lettland, die Slowakei und Polen.

So wird im ungarischen Parlament in dieser Woche über ein Gesetz entschieden, mit dem das eingetragene biologische „Geschlecht bei der Geburt“ nicht mehr geändert werden kann. Ein Rückschlag vor allem für Inter- sowie Transsexuelle.

Um darauf aufmerksam zu machen, starteten viele Menschenrechtsorganisationen die Kampagne #Drop33.

Aus Angst, verspottet, diskriminiert oder sogar angegriffen zu werden, verheimlichen nach wie vor sehr viele LGBTI-Personen ihre sexuelle Identität.
Michael O'Flaherty
FRA-Direktor