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Großbritannien erfasst an einem Tag mehr Covid-19-Tote als die gesamte EU

Er ist über den Berg: Doch viele andere Menschen, die Covid-19 in Großbritannien bekommen, sterben.
Er ist über den Berg: Doch viele andere Menschen, die Covid-19 in Großbritannien bekommen, sterben.   -   Copyright  AP Photo
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Großbritannien hat am Mittwoch dieser Woche mehr neue COVID-19-Todesfälle erfasst, als die gesamte EU zusammen, wie neue Daten zeigen.

Die Erhebung der Webseite Our World in Data zeigt, dass Großbritannien am Mittwoch, 3. Juni, 359 neue Todesfälle gemeldet hat.

Die EU27, darunter von der Pandemie schwer betroffene Länder wie Frankreich, Italien und Spanien, meldete im gleichen Zeitraum 311 neue Todesfälle.

Diesbezüglich gibt es jedoch mehrere Vorbehalte.

Erstens weisen die Länder die COVID-19-Todesfälle unterschiedlich aus: So kann beispielsweise ein Lungenentzündungstod in einem Land als coronavirenbedingter Tod gelten, in dem anderen jedoch nicht.

Zweitens könnte der Todesfall zwar als neuer Todesfall registriert werden, aber es kommt bei Todesfällen je nach Land unterschiedliche Meldeverzögerungen.

Drittens erreichte der Ausbruch im Vereinigten Königreich seinen Höhepunkt später als in anderen europäischen Ländern, was den Grund für die höheren Zahlen erklären könnte.

Sir Patrick Vallance, der wissenschaftliche Hauptberater der britischen Regierung, sagte am Mittwoch in der täglichen Informationsveranstaltung in der Downing Street, dass die COVID-19-Infektionsrate im Land "nicht so schnell zurückgeht, wie wir es gerne hätten".

Er sagte, dass der R-Wert immer noch nahe bei 1 liege, und das, obwohl die tägliche Zahl der neuen Fälle zurückgehe - am Mittwoch lag sie bei 1.871.

"Das gibt relativ wenig Spielraum. Das bedeutet, dass wir sehr vorsichtig vorgehen müssen", fügte er hinzu.

Großbritannien am schlimmsten betroffen in Europa

Großbritannien ist das am härtesten betroffene Land in Europa mit einer Zahl von 39.728 Todesopfern laut Regierung. Weltweit ist es nach den USA das Land mit den höchsten Zahlen in Hinsicht auf Todesopfer.

Von den 311 Todesfällen in der EU27 hatte Frankreich mit 81 Todesfällen die zweithöchste Zahl an Todesfällen an einem Tag in Europa, gefolgt von Schweden (74) und Italien (71).

Dreizehn Mitgliedstaaten - zumeist östliche Nationen und baltische Länder - verzeichneten keine neuen Todesfälle, einschließlich Spanien, wo drei Tage hintereinander keine neuen Todesfälle erfasst wurden.

Weitere fünf Mitgliedsstaaten - Österreich, die Tschechische Republik, Estland, Finnland und Irland - meldeten einen einzigen Todesfall.

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten wurden in der EU und in Großbritannien bis zum 4. Juni 167.940 Todesfälle gemeldet - fast die Hälfte der von der Johns Hopkins University auf 386.581 geschätzten weltweiten Todesopfer.

Mit mehr als 1,4 Millionen bestätigten Fällen ist der alte Kontinent auch für fast ein Fünftel aller Infektionen weltweit verantwortlich.

Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wies am Mittwochabend während einer Pressekonferenz darauf hin, dass der UN-Agentur für jeden der vorangegangenen fünf Tage mehr als 100.000 neue Fälle gemeldet worden waren.

Der amerikanische Kontinent, insbesondere Mittel- und Südamerika, "erlebe eine sich beschleunigende Epidemie", sagte er, wobei die Zahl der täglich aus der Region gemeldeten Fälle jetzt höher sei als im Rest der Welt zusammengenommen.

"Auch im östlichen Mittelmeerraum, in Südostasien und Afrika steigt die Zahl der Fälle, auch wenn die Zahlen viel geringer sind", stellte er fest.

Er sagte aber auch: "Gestern gab es in Europa die wenigsten neuen Fälle seit dem 22. März".