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Ferien gerettet? Deutschland will Reisewarnung für 31 Länder beenden

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Strand in Portugal
Strand in Portugal   -   Copyright  Armando Franca/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Am 17. März hatte der deutsche Außenminister wegen der Coronavirus-Pandemie eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. In den folgenden Wochen wurden mehr als 200.000 Deutsche aus aller Welt in einer bisher nicht dagewesenen Operation zum Teil mit Sonderflügen nach Deutschland zurückgeholt.

Die deutsche Reisewarnung für EU-Staaten sowie Großbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein soll jetzt Mitte Juni beendet werden - soweit die Pandemie das zulasse. Das berichtet dpa aus einem Entwurf für ein Eckpunktepapier für "Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus". Dieses könnte an diesem Mittwoch beschlossen werden.

Ab dem 15. Juni sollten auch die Grenzen Deutschlands zu den Nachbarstaaten wieder geöffnet werden. Die deutschen Grenzschließungen waren vielerorts auf Unverständnis und zum Teil auf Proteste gestoßen.

Die Aufhebung der Reisewarnung sollte vor dem Beginn der Sommerferien grenzüberschreitenden Sommerurlaub in Europa ermöglichen. Man lasse sich dabei von dem Gedanken leiten, "dass die Wiederbelebung des Tourismus wichtig ist sowohl für Reisende und die deutsche Reisewirtschaft als auch für die wirtschaftliche Stabilität in den jeweiligen Zielländern", heißt es in dem vorläufigen Papier aus dem Auswärtigen Amt.

Die Reisewarnung soll durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, die für jedes einzelne Land die Risiken aufzeigen sollen. Um einen möglichst guten Schutz der Touristen vor einer Corona-Infektion zu gewährleisten, will sich die Bundesregierung in der EU für eine Reihe gemeinsamer Kriterien einsetzen. Unter anderem schlägt sie die Übernahme der Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen durch die anderen europäischen Länder vor. In Deutschland führt eine Überschreitung dieser Grenze zu einer Wiedereinführung von bereits abgeschafften Anti-Corona-Maßnahmen.

Zudem sollen die einzelnen Länder «tragfähige Konzepte» zur Einhaltung von Abstandsregeln und zur Handhygiene, zum Tragen von Masken, und zur Belüftung und Desinfektion von Räumen entwickeln. Die Schutzkonzepte sollen auch Pläne für den Fall der Erkrankung von Urlaubern enthalten sowie hinreichende Testkapazitäten, Quarantäne- und Behandlungsmöglichkeiten nachweisen. Zudem müssten die Empfehlungen der EU-Kommission für die Sicherheit von Passagieren und Personal in Transportmitteln wie Flugzeugen umgesetzt werden, heißt es im Entwurf des Außenministeriums.