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Bolsonaro spaltet Brasilien - immer mehr Covid-19-Tote

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Bolsonaro spaltet Brasilien - immer mehr Covid-19-Tote
Copyright  CARL DE SOUZA / AFP // AP Photo/Silvia Izquierdo
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In Brasiliens Hauptstadt Brasilia und anderswo sind die Anti-Rassismus-Demos in Solidarität mit George Floyd in den USA auch Proteste gegen den rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Die Demonstranten werfen dem Staatschef die Unterdrückung der indigenen Bevölkerung vor - diese fürchtet besonders die Coronavirus-Pandemie. Die Krankenhäuser im Amazonas-Gebiet und in dessen Hauptstadt Manaus sind völlig überlastet.

Bisher zeigt Bolsonaro, der die Pandemie immer wieder heruntergespielt hat, keinerlei Einlenken. Jetzt attackiert der brasilianische Präsident die WHO und droht damit, wie US-Präsident Trump, aus der Weltgesundheitsorganisation auszutreten.

Auch in der Debatte um das umstrittene Malaria-Mittel Hydroxychloroquin gegen Covid-19 steht Bolsonaro an der Seite von Trump. Auf Twitter unterstreicht der brasilianische Präsident, dass die WHO in Sachen Studien zu Hydroxychloroquin eine Kehrtwende gemacht und Fehler eingeräumt hat.

In Rio de Janeiro demonstrierten auch Anhänger des Präsidenten. Derzeit rangiert Brasilien mit fast 36.000 Toten (Stand 07. Juni 2020) hinter den USA und Großbritannien an dritter Stelle der Länder mit den meisten Toten in Zusammenhang mit Covid-19.

Allerdings glauben viele in Brasilien nicht an die offiziellen Zahlen. Es werden kaum Coronavirus-Tests durchgeführt - und viele gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten und der Todesfälle weit höher liegt als die, die die Regierung verkündet.

Präsident Bolsonaro hat die tägliche Bekanntgabe der Coronavirus-Zahlen auf 22 Uhr verlegt - offenbar hofft er, dass die weiter ansteigende Kurve so weniger Beachtung findet.