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Fast Normalbetrieb: Moskau lockert Corona-Beschränkungen

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Spaziergänger auf der Krim-Brücke: Ab heute ohne Passierschein
Spaziergänger auf der Krim-Brücke: Ab heute ohne Passierschein   -   Copyright  Pavel Golovkin/ Associated Press
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Moskau kehrt trotz weiterhin vieler Neuinfektionen mit dem Coronavirus weitestgehend zum Normalbetrieb zurück. Die EinwohnerInnen der russischen Hauptstadt können ab heute wieder ohne Beschränkungen auf die Straße, auch der öffentliche Nahverkehr kann wieder uneingeschränkt genutzt werden. Zuvor mussten sich die MoskauerInnen für einen Spaziergang einen elektronischen Passierschein austellen.

Die Lockerung kam überraschend. Die Zahl der Neuinfektionen ist zwar stabil, liegt aber weiter täglich bei etwa 2000. "Moskau kehrt praktisch zum normen Lebensrhythmus zurück", so Bürgermeister Sergei Semjonowitsch Sobjanin. "Die Wiedereröffnung der Restaurants erfolgt in zwei Stufen. Am 16. Juni werden die Terrassen draußen wieder geöffnet und eine Woche später dann auch wieder die Innenbereiche. Am 23. Juni wollen wir zudem die Beschränkungen für sportliche Aktivitäten aufheben und Schwimmbäder und Fitnessstudios wieder öffnen."

Zuvor hatte Regierungschef Michail Mischustin auch angekündigt, Russlands Reisebeschränkungen mit dem Ausland etwas zu lockern. Demnach dürfen AusländerInnen nach Russland einreisen, wenn sie etwa Angehörige dort pflegen müssten. Auch RussInnen dürfen das Land verlassen, wenn sie im Ausland studieren oder arbeiten oder sich dort in ärztliche Behandlung begeben wollten. Allerdings gibt es weiter keinen internationalen Flugverkehr.

In Großbritannien gilt seit gestern eine Quarantänepflicht für Einreisende - für viele angesichts der sich bessernden Lage im üblichen Europa unverständlich. So sagt die Französin Chantal Baudin, die am Montag aus Paris nach London reiste: "Meiner Meinung nach stellen die Franzosen beim Reisen kein großes Risiko dar. Warum diese Quarantäne-Regelung seit dem 8. Juni gilt, verstehe ich nicht. Vor allem, weil nicht überall in England Masken getragen werden."

WHO warnt vor Leichtsinnigkeit

Unterdessen warnte die Weltgesundheitsorganisation vor Leichtsinnigkeit im Umgang mit dem Virus. Die Lage in Europa verbessere sich zwar, weltweit verschlimmere sie sich jedoch. Am schlimmsten sei die Lage in Amerika und Südasien. Mehr als sechs Monate nach Beginn der Pandemie sollte sich kein Land zurücklehnen, so der WHO-Chef.

In Afrika sind relativ wenige Menschen infiziert, trotzdem werden es in vielen Ländern immer mehr. Am schlimmsten ist Südafrika betroffen, wo die Arbeit trotz rasant steigender Fallzahlen in den meisten Bereichen wieder aufgenommen wurde und auch viele Schulen wieder aufhaben.

Israel zieht Handbremse

Israel ziehe wegen eines starken Anstiegs von Neuinfektionen die Handbremse, so Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und verzichte auf weitere Lockerungen. Strände sind seit Wochen wieder offen. Theater, Kinos und andere Kultureinrichtungen bleiben vorerst geschlossen.