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USA und Russland verhandeln in Wien über atomare Abrüstung

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USA und Russland verhandeln in Wien über atomare Abrüstung
Copyright  AP Photo/Ronald Zak
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Russland will nach den Abrüstungsgesprächen mit den USA in Wien weiter über eine Rettung des letzten großen atomaren Abrüstungsabkommens verhandeln. Die bisherige Vereinbarung läuft im Februar 2021 aus. Die Gespräche waren am Montag nach nur einem Tag beendet worden.

Zur Verhinderung eines atomaren Wettrüstens muss nach Überzeugung der USA auch China sein Arsenal begrenzen. Dazu der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea:

"Wir haben China sehr klar gemacht, dass wir erwarten, dass es seiner Verpflichtung aus dem Atomwaffensperrvertrag nachkommt und mit uns in gutem Glauben verhandelt".

Billingslea twitterte ein Bild von leeren Stühlen mit chinesischen Flaggen. Ein Beamter des chinesischen Außenministeriums beklagte daraufhin das Niveau der Auseinandersetztung. China besitzt ca. 300 Nuklearwaffen und will sich an den Abrüstungsgesprächen erst beteiligen, wenn die USA und Russland ihre Atomwaffenbestände von etwa 6000 Sprengköpfen, dem Niveau Chinas anpassen.

"Wenn die Gespräche in Wien keinen Erfolg haben und am 5. Februar der Nuklearvertrag ausläuft, ohne dass ein weiteres Abkommen zustande kommt, wird es das erste Mal seit 50 Jahren sein, dass es zwischen den USA und Russland kein Abkommen über Atomwaffen gibt".

Donald Trump ist im Wahlkampf. Kritiker werfen ihm vor, die Abrüstungsgespräche für einen politischen Vorteil zu missbrauchen. Dazu Angela Kane, ehemalige UN-Beauftragte Abrüstungsfragen:

"Die demokratische Partei kritisiert, dass es keine multilateralen Verhandlungen gibt. Also wäre es für Trump ein Sieg, die Verhandlungen weiterzuführen und in die Länge zu ziehen. Ich glaube nicht, dass es vor den Wahlen eine Einigung geben wird. Aber zumindest kann er sagen, er versucht es".

Der geplante neue Abrüstungsvertrag sieht vor, die Nukleararsenale Russlands und der USA künftig auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern.

Erst im vergangenen Sommer war ein anderes wichtiges Abrüstungsabkommen beider Länder aufgekündigt worden. Die USA stiegen aus dem INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen aus.