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Abrüstungsgespräche zwischen Russland und USA enden nach nur einem Tag

Abrüstungsgespräche zwischen Russland und USA enden nach nur einem Tag
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Die Gespräche in Wien über den Fortbestand ihres letzten großen atomaren Arüstungsabkommens haben Russland und die USA nach nur einem Tag beendet.

Im Februar 2021 läuft das "New-Start-Abkommen" aus, das die Anzahl der amerikanischen und russischen Atomsprengköpfe deckeln soll. Zuletzt gab es Differenzen über den Wert einer weiteren Rüstungskontrolle.

"Die Konsultationen beider Länder zur strategischen Stabilität sind vorbei", teilte der russische Diplomat Michail Uljanow am Montagabend über Twitter mit. Beide Seiten wollen demnach eine Erklärung abgeben.

Große Hoffnungen auf eine Einigung während der Gespräche gab es von Anfang an nicht. Washington wollte Peking in einen neuen Abrüstungsvertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen einbeziehen. Dazu kam es aber nicht.

Der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, twitterte ein Foto mit leeren Plätzen vor chinesischen Tischwimpeln und schrieb "Peking versteckt sich immer noch hinter einer Mauer der Geheimhaltung bezüglich seiner nuklearen Absichen."

USA schließen Verlängerung nicht aus, wenn es eine Rüstungskontrolle mit China gibt

Marshall Billingslea schloss nicht aus, dass die USA bereit sein könnten, den Vertrag zu verlängern. Voraussetzung sei aber, dass sich Russland zu einer Rüstungskontrolle mit China verpflichte. Peking hat das bisher abgelehnt.

1987 einigten sich der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan auf den INF-Vertrag, der die Abschaffung sämtliche Mittelstreckenraketen vorsieht. Der Vertrag gilt als historisches Rüstungskontrollabkommen und ist bis heute ein zentrales Element der Abrüstungspolitik.

Sowohl Moskau als auch Washington waren im vergangenen Jahr aus dem Vertrag von 1987 ausgetreten.

"New START" ist der Name des einzigen amerikanisch-russischen Rüstungskontrollpakts, der noch in Kraft ist und der die Anzahl der amerikanischen und russischen Atomsprengköpfe deckeln soll.

Wird der Vertrag nicht verlängert oder kein neues Abkommen geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten keinen Vertrag mehr, der der Zahl strategischer Atomwaffen Grenzen setzt.

Die USA und Russland verfügen nach Angaben der Federation of American Scientists über rund 91 Prozent der weltweiten Atomsprengköpfe. Die USA haben 3.800 und Russland 4.310 im Lagerbestand.