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Russland: Gericht fällt Urteil gegen Starregisseur Serebrennikow

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Russland: Gericht fällt Urteil gegen Starregisseur Serebrennikow
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Starregisseur Kirill Serebrennikow muss nicht hinter Gitter. Der Künstler wurde von einem russischen Bezirksgericht zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Außerdem darf er nicht weiter als Theaterdirektor arbeiten. Dem Urteil zufolge müssen er und sein Team auch die veruntreute Summe in Höhe von umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro zurückzahlen. Serebrennikow war zuvor wegen Veruntreuung staatlicher Fördergelder schuldig gesprochen worden.

Einspruch gegen Urteil geplant

Der Regisseur will gegen seine Verurteilung vorgehen. Laut Medienberichten sagte er nach der Verhandlung, dass er mit dem Urteil nicht zufrieden sei. Die Verteidigung betonte, dass es keine Beweise gegeben habe. Das Urteil sei zudem noch nicht rechtskräftig, man wolle dagegen Einspruch einlegen.

Verfahren als Schauprozess

Die Filme und Theateraufführungen des 50-Jährigen sind bekannt für ihre Gesellschaftskritik. Das Verfahren gegen den auch in Deutschland bekannten Künstler gilt als Schauprozess gegen die liberale Kunstszene in Russland. Kulturschaffende im Land bezeichneten das Verfahren als einen Schlag gegen die "moderne Kunst".

Der Prozess hatte sich über drei Jahre hingezogen. Mit Serebrennikow standen auch seine drei Kollegen Sofja Apfelbaum und Alexej Malobrodski sowie Juri Itin vor Gericht. Die Richterin warf dem Künstlerteam vor, eine Gruppe für einen kriminellen Plan zur eigenen Bereicherung gegründet zu haben.