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Kroatien: Wahl bestätigt konservative Regierung Plenkovic

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Kroatien: Wahl bestätigt konservative Regierung Plenkovic
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Die regierende Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) hat die Parlamentswahl im EU-Land Kroatien klar für sich entschieden. Die konservative Partei von Ministerpräsident Andrej Plenkovic kam auf 68 der 151 Mandate, so die Staatliche Wahlkommission nach Auszählung von 83 Prozent der Stimmen. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP) landeten mit 43 Mandaten abgeschlagen auf Platz zwei.

Im Wahlkampf-Hauptquartier der HDZ ließ sich Plenkovic als amtierender und künftiger Ministerpräsident feiern:

„Dies ist heute ein großer Sieg, aber auch eine große Verpflichtung. Wir hatten ein schwieriges Mandat und es sieht so aus als wären die vor uns liegenden Herausforderungen noch größer.“

KATERSTIMMUNG BEI DEN SOZIALDEMOKRATEN

Er braucht Koalitionspartner, eine Große Koalition schließen auch die Sozialdemokraten (SDP) bisher aus.

In deren Parteizentrale - die SDP ist Teil der sogenannten „RESTART-Koalition“ aus 10 politischen Gruppierungen, die knapp ein Drittel Stimmenanteil einbüßte - herrschte in der Wahlnacht Katerstimmung.

SDP-Parteichef Davor Bernardić:

"Es ist nicht einfach, nach einem solchen Abstimmungsergebnis zu sprechen."

CORONA WÄHLTE MIT

Ministerpräsident Plenkovic hatte die Wahl vom Herbst vorgezogen – massive Corona-Ausfälle (bis zu 70%) im Tourismus dürften die Wirtschaftskrise weiter verschärfen.

Die Infektionen nehmen zu - vermutlich gingen deshalb weniger Bürger wählen als früher – weniger als 50 Prozent.

Gemischte Reaktionen in der Wahlnacht in Zagreb.

Nada Boban, Wählerin, Zagreb:

"Ich meine, Europa hätte das nicht zulassen dürfen. Europa hätte nicht zulassen dürfen, dass sich in Kroatien ein so schrecklicher Rechtsruck entwickelt. Das ist nicht gut."

Dario Bobanovic, Wähler, Zagreb:

"Ich bin enttäuscht, dass so wenige Leute zur Wahl gegangen sind."

Jorgen Samso, Euronews:

„Kroatien wird voraussichtlich weiter Mitte-rechts ausgerichtet bleiben, Verhandlungen über eine neue Regierungskoalition stehen an. Mit dem hochgerechneten Ergebnis hätte die HDZ die Option, die rechtsextreme Heimatbewegung zu umgehen und sich stattdessen der kroatischen Diaspora und Minderheitenparteien zuzuwenden. Das wird die Partei in den kommenden Tagen und Wochen entscheiden"

Jorgen Samso, su