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Ehrensache Erdbeer-Ernte: Finnen greifen Farmern unter die Arme

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Erdbeerernte in Finnland
Erdbeerernte in Finnland   -   Copyright  AFP/screengrab
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Finnlands Erbeer-Farmer riefen - und Tausende halfen. Weil viele ausländische Erntehelfer in Pandemie-Zeiten nicht einreisen durften, fürchteten finnische Landwirte schon das Schlimmste - einen möglichen Totalausfall der Erdbeerernte.

Die fragilen Früchte erlauben schließlich keine Verzögerungen. In Sozialen Medien begann deshalb eine Beschäftigungskampagne unter #seasonwork, die auch von der Regierung unterstützt wird.

Vesa Koivistoinen bewirtschaftet die mit rund 100 Hektar Fläche größte finnische Erdbeerplantage Koivistoisen Mansikkapaikka: "In den vergangenen 22 Jahren hatten wir nur ausländische Arbeiter. Durch die außergewöhnliche Corona-Situation konnten wir aber nicht genug Pflücker aus der Ukraine bekommen. Deshalb haben wir begonnen, finnische Arbeitskräfte anzuwerben."

Tausende Freiwllige zeigten Interesse

Die Hilferufe verhallten nicht ungehört. Binnen kurzer Zeit meldeten sich tausende Freiwillige. Auch bei Koivistoisen Mansikkapaikka. Vom Teenager über Arbeitslose bis zu Rentnern.

Sari arbeitet eigentlich als selbstständige Masseurin, steht nun aber im Erdbeerfeld: "Ich bin eine Landwirtstochter und habe schon als Kind auf Erdbeerfeldern gearbeitet. Nach langer Pause ist dies das erste Mal und ich finde das okay."

Der 29-jährige Janne Erola hat schon einige berufliche Stationen hinter sich: "Mein Lebenslauf ist prall gefüllt. Nach zehn Jahren Berufstätigkeit umfasst er zwei Din-A-4-Seiten. Ich habe viel gearbeitet. Aber gute Jobs sind rar."

Laut einer Agrargewerkschaft benötigt Finnland pro Jahr rund 16.000 Saisonkräfte. Der Großteil stamme aus dem Ausland. In diesem Jahr sei aber nur ein Drittel der Erntehelfer gekommen - ausnahmslos aus der Ukraine.