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Erdbeeren leiden unter Coronavirus: Erst ernten, dann wegwerfen?

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Erdbeeren leiden unter Coronavirus: Erst ernten, dann wegwerfen?
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In Teilen Frankreichs hat die Erdbeerernte begonnen. Doch die Bauern wissen gar nicht, ob sie ihre Ware loswerden. Denn der Erdbeerpreis ist eingebrochen.

Bauer Jean Bélenguier sagt: „Wir haben Angst, dass wir Erdbeeren wegwerfen müssen. Seit rund einer Woche werden sie weder in Frankreich noch im Ausland nachgefragt.“

Wochenmärkte in Frankreich fallen als Absatzmöglichkeit zum Großteil weg. Im Kampf gegen das Coronavirus wurden viele geschlossen. Auf Pflücker aus dem Ausland musste wegen der Einreisebeschränkungen bisher verzichtet werden, die Betriebe brauchen jede Arbeitskraft. „Zu Wochenbeginn haben wir rund 20 Menschen hier aus der Gegend eingestellt. Es ist schon erstaunlich, dass uns das Coronavirus Leute schickt, die selbstständig waren und kein Geld hatten“, so Bauer Patrick Jouy.

In Deutschland sind bei der Erdbeer- und Spargelernte oft Saisonkräfte aus Polen, Rumänien und Bulgarien im Einsatz. Die durften bisher nicht einreisen. Spargelbauer Henning Hoffheinz aus Genthin in Sachsen-Anhalt bringt das in Schwierigkeiten. „Ich bin mir sicher, für die Feldarbeit zum Spargelstechen, für einen Mindestlohn werden wir kein deutsches Personal finden“, so Hoffheinz.

EU-Richtlinie: Erntehelfer sollen einreisen dürfen

In einer neuen EU-Richtlinie heißt es jetzt, Erntehelfer und Pflegekräfte sollten als systemrelevant eingestuft werden und deshalb möglichst europäische Grenze passieren dürfen.

Will Surman vom Verband der Lebensmittelindustrie erläutert: „Wir arbeiten mit den Gewerkschaften in Europa und darüber hinaus zusammen, um sicherzustellen, dass die EU-Kommission über Maßnahmen auf dem Laufenden ist, die sie ergreifen kann, um Arbeitnehmern den Zugang zu freien Stellen zu ermöglichen, und Dinge wie Kinderbetreuung und medizinische Notfallmaßnahmen umzusetzen.“

Für die Menschen, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten, und für den Frachtverkehr müssen die Grenzen geöffnet bleiben, fordert der Verband.