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Hongkonger Oppositioneller fühlt sich auch im Exil nicht sicher

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Nathan Law (Bildmitte)
Nathan Law (Bildmitte)   -   Copyright  ISAAC LAWRENCE/AFP
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Sie geben nicht auf: In Hongkong stemmen sich Demonstranten nach wie vor gegen das Sicherheitsgesetz, das in der chinesischen Sonderverwaltungszone seit rund drei Wochen gilt.

Nathan Law ist nicht mehr dabei. Der 27-jährige ehemalige Studentenführer hat sich entschieden, ins Exil zu gehen, derzeit hält er sich in London auf. Law ist einer der führenden Hongkonger Oppositionellen, euronews hat mit ihm gesprochen.

Nathan Law befürchtet ein Ende von ‚Ein Motto, zwei Systeme‘

„Ist das das Ende des Hongkongs, wie Sie es kannten?“, fragt euronews-Reporter Luke Hanrahan.

„Ja, in jedem Fall“, so Law. „Hongkong war ein Leuchtturm der Freiheit in Asien. Doch wie Sie sehen können, ist unsere Meinungsfreiheit durch das Sicherheitsgesetz zerstört worden. Der Leitspruch ‚Ein Motto, zwei Systeme‘ gilt nicht mehr, wenn das Sicherheitsgesetz umgesetzt ist“, meint Law.

Die britische Regierung kritisiert das Hongkonger Sicherheitsgesetz nicht nur mit Worten, sondern will der Hongkonger Bevölkerung den Zugang zu Aufenthaltsgenehmigungen für das Vereinigte Königreich erleichtern.

euronews-Reporter Luke Hanrahan kommentiert: „Aber es gibt Befürchtungen: China sagt, das Sicherheitsgesetz könne überall auf alle angewendet werden. Und Menschenrechtler sagen, sie wollen schärfere Maßnahmen, um dem Einfluss der chinesischen Regierung hier in Großbritannien entgegenzuwirken.“

Überwachung oder sogar persönliche Verfolgung und körperliche Angriffe: All das könnte geschehen.
Nathan Law
Hongkonger Oppositioneller

Er selbst fühle sich bedroht, sagt Nathan Law: „Überwachung oder sogar persönliche Verfolgung und körperliche Angriffe: All das könnte geschehen. Wenn ich unterwegs bin, bin ich sehr vorsichtig und achte auf meine Umgebung, um in Sicherheit zu sein“, so Law.

Law fordert Unterstützung aus dem Ausland

Der britische Abgeordnete Thomas Tugenhadt, gleichzeitig Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Außenpolitik sagt: „Ich habe sehr eng mit einem deutschen Amtskollegen und mit den Ausschüssen für auswärtige Angelegenheiten unter anderem in der Tschechischen Republik zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass wir gemeinsam handeln. Aber ich denke, es gibt noch mehr, was wir tun können. Ich würde mir wünschen, dass wir Sanktionen wie im Rahmen des Magnitsky-Gesetzes gegen diejenigen einsetzen, die die Menschenrechte in Xinjiang verletzen.“ Der chinesischen Regierung wird vorgeworfen, in der Region unter anderem die Volksgruppe der Uiguren zu unterdrücken.

Nathan Law fordert internationale Unterstützung: „Man sollte das als unsere gemeinsame Verantwortung ansehen“, findet der Hongkonger Oppositionspolitiker.