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Berufungsprozess: "Boston-Bomber" entgeht Hinrichtung

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Polizeifoto vom "Boston-Bomber" Dschochar Zarnajew
Polizeifoto vom "Boston-Bomber" Dschochar Zarnajew   -   Copyright  AP/Federal Bureau of Investigation
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Das Todesurteil gegen den sogenannten Boston-Bomber Dschochar Zarnajew ist von einem Berufungsgericht in Boston aufgehoben worden.

Das Gericht stellte gleichzeitig klar, dass den gebürtigen Tschetschenen mindestens lebenslange Haft erwarte. Über das Strafmaß müsse jetzt neu entscheiden werden, hieß es in Gerichtsunterlagen.

Zur begründung der Aufhebung der Hinrichtung hieß es, im ersten Prozess vor einem Bezirksgericht sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen gegenüber Zarbajew unvoreingenommen seien. In dem Verfahren habe das Bezirksgericht Nachfragen an die Geschworenen unterlassen und somit nicht erkennen können, ob es "Vorurteile oder Befangenheit" gegeben habe.

Bombe im Zieleinlauf platziert

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit einem Bruder zwei Sprengsätze im Zieleinlauf des Boston-Marathons gezündet. Drei Menschen wurden getötet, darunter ein Achtjähriger. 260 Menschen wurden verletzt.

Bei der tagelangen Fahndung nach den beiden Männern, die einer Verfolgungsjagd glich, wurden der Bruder und ein Polizist getötet. Zarnajew wurde schwer verletzt gefasst. Er ist gegenwärtig in einem Hochsicherheitsgefängnis im Staat Colorado untergebracht.

Späte Reue

Zarnajew hatte im ersten Prozess so spät wie überraschend Reue gezeigt. Erst nach dem Todesurteil sagte er: "Ich möchte mich gerne bei den Opfern und Überlebenden entschuldigen." Er bete zu Allah, dass der ihm gnädig sei.