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Rama der Plötzliche: thailändischer König schockt mit Blitzbesuch

King Maha Vajiralongkorn in Bangkok im Mai 2017
King Maha Vajiralongkorn in Bangkok im Mai 2017   -   Copyright  Sakchai Lalit/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
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Er gilt als Paradiesvogel unter den Monarchen: King Maha Vajiralongkorn, Rama X. von Thailand. Doch seit er seinen Vater Bhumibol beerbt hat, hält er sich nur selten in der Heimat auf. Er bevorzugt Bayern und den Rest Europas. Das sorgt in der Heimat für Unmut. Jetzt hat der Monarch durch einen nur Stunden dauernden Besuch in Bangkok erneut von sich reden gemacht.

Es rauscht im Blätterwald: Boulevardmedien berichten immer wieder von der Exzentrik des thailändischen Königs. Für Aufsehen sorgt derzeit eine äußerst kurze Stippvisite in Bangkok. Nur 18 Stunden soll er auf thailändischem Boden verbracht haben. Anlass war der 88. Geburtstag seiner Mutter, der Königin Sirikit. Nach nicht mal einem Tag bestieg er sein Privatflugzeug und reiste zurück nach Zürich. Am vergangenen Donnerstag landete er in Kloten.

Lieber Bayern als Thailand

Denn in der Schweiz, genauer im 4-Sterne-Hotel Waldegg in Engelberg, residiert Medienberichten zufolge seine Frau die meiste Zeit des Jahres. Er selbst ist großer Bayernfan. Und so verbrachte er die Zeit seit Beginn der Coronapandemie nicht etwa bei seinem Volk, sondern im bayerischen Tutzing, wo er eine Villa besitzt. Sein jüngster Sohn Dipangkorn Rasmijoti geht im Freistaat zur Schule.

Für Jahre im Voraus soll er außerdem die Miete für die gesamte vierte Etage des Grand Hotels Sonnenbichl in Garmisch Partenkirchen beglichen haben. Dort soll er mit einem Gefolge von rund 100 Personen residieren. Durch die Pandemie war das Hotel eigentlich geschlossen. Eine Sondergenehmigung machte den königlichen Aufenthalt möglich.

Tagesausflüge im bauchfreien Tanktop

Von Bayern und der Schweiz aus bricht Rama X. gern mit der Privatmaschine zu Tagesausflügen auf, nach Leipzig, Hannover und in andere Städte. Dabei fliegt er gern selbst und setzt zuweilen lediglich auf, um dann gleich wieder abzuheben.

In einem Münchener Einkaufszentrum wurde er beim Shopping gesichtet. Sein Gefolge muss in seiner Anwesenheit in gekauerter Haltung verharren und sich auf Knien fortbewegen. Immer wieder überraschte der Monarch arglose Einheimische auf Fahrradtouren oder beim Erdbeerpflücken.

Wie auch am Donnerstag in Zürich beeindruckt der König von Thailand häufig mit eigenwilligen Outfits. Fotos zeigen ihn im enganliegenden, bauchfreien Tanktop.

Im Jahr 2019 hatte der König seine Lebensgefährtin Suthida Tidjai geheiratet:

Proteste in der Heimat

Majestätsbeleidigung wird in Thailand mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft. So darf etwa kein Bild des Monarchen auf den Boden geworfen werden. Wie in vielen anderen Monarchien hat der König in Thailand eine zeremonielle Funktion, gilt als Symbol der Einheit des Landes. Durch seine Autorität und durch das Ansehen, die das Amt in der Bevölkerung genießt, konnte sein Vater immer wieder zur Lösung politischer Krisen beitragen.

Der Sohn aber gilt als umstritten. Dazu dürfte sein exzentrisches Wesen beitragen und seine berüchtigte Härte gegen sein Umfeld. Auch seine ständige Abwesenheit ruft Kritiker auf den Plan. Dabei könnte das Land die Anwesenheit des Monarchen gut gebrauchen. Denn seit einem Putsch des Militärs im Jahr 2014 ist in Thailand General Prayut Chan-o-cha an der Macht. Immer wieder protestieren Bürger gegen die Regierung. Der König aber kann seinem Volk nicht beistehen - denn er reist lieber durch die Weltgeschichte.