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Von Mallorca-Heimkehrern überfordert? Pannenserie bei Covid-19-Tests

Am Flughafen Frankfurt
Am Flughafen Frankfurt   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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An den meisten Flughäfen in Deutschland müssen Einreisende aus Risikogebieten jetzt stundenlang auf den obligaorischen PCR-Test warten, seit die Regierung für ganz Spanien und damit auch für Mallorca eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Vielerorts waren die Testzentren auf den Ansturm nicht vorbereitet. Und es gibt laut Medienberichten zahlreiche Pannen. Allein 30.000 Pauschalreisende aus Deutschland hielten sich auf Mallorca auf, als das Robert Koch-Institut die Insel am Freitagnachmittag zum Risikogebiet erklärte. Viele wollten dann früher nach Hause zurückkehren, was die Reiseanbieter den Touristen auch vorschlagen, so dass sich die Situation an den deutschen Flughäfen in den kommenden Tagen kaum entspannen dürfte.

Zudem könnten weitere Länder mit vielen Touristen aus Deutschland zur Liste der Risikogebiete hinzukommen, nachdem Österreich eine Reisewarnung für Kroatien ausgegeben hat.

Angriff am Testzentrum in Berlin-Tegel

In Berlin ist das Testzentrum am Flughafen Tegel am Sonntagabend Stunden früher geschlossen worden, nachdem es dort zu Gewalt gekommen war. Eine Person, die keinen Anspruch auf einen kostenlosen Test hatte, soll Mitarbeiter der Teststation angegriffen haben. Das erklärte ein Sprecher der Charité in Berlin - mit dem Hinweis, dass sich die Rückkehrer auch bei Vertragsärzten testen lassen könnten. Am Montag sollte das Testzentrum wieder von 8 bis 21 Uhr geöffnet sein.

Schon am Freitag waren hunderte Mallorca-Rückkehrer nach Hause gefahren, ohne einen Coronavirus-Test zu machen - wie RND erfahren hat. Der Easyjet-Flug aus Palma de Mallorca kam am Freitagabend so spät in Tegel an, dass das Testzentrum nicht mehr besetzt war.

Am Flughafen Bremen konnten die Coronavirus-Tests nicht so schnell für alle Reisenden organisiert werden. Wie "Bunt un binnen" berichtet, wurden deshalb zunächst nur Kinder, Ältere und Kranke unter den Rückkehrern aus Risikogebieten getestet. Alle anderen Einreisenden sollten sich in Quarantäne begeben und in den kommenden Tagen testen lassen.

Polizei soll offenbar helfen, positiv Getestete in Bayern zu finden

In Bayern soll jetzt offenbar die Polizei helfen, nach den positiv Getesteten zu suchen, die nach der Übermittlungspanne noch immer nicht informiert worden sind. Seit Mittwoch ist bekannt, dass 44.000 Reiserückkehrer zum Teil nach mehr als einer Woche noch kein Ergebnis der bei der Einreise nach Deutschland gemachten Tests erhalten hatten.

Hintergrund der Probleme sind in vielen Fällen per Bleistift unleserlich ausgefüllte Formulare, bei denen es Schwierigkeiten macht, die Adressen der Betroffenen zu ermitteln.

Das Rote-Kreuz in Bayern, das freiwillige Helfer für die Tests zur Verfügung gestellt hatte, hatte eine digitale Erfassung der Kontaktdaten gefordert. Doch offenbar waren die Behörden darauf nicht vorbereitet.

Michael Probst/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Am Flughafen Frankfurt wurde mit mehr Reiserückkehrern aus Risikogebieten gerechnetMichael Probst/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Übermittlung der Ergebnisse erfolgt langsam und per Fax

Die Übermittlung der Testergebnisse erfolgt bei der Kommunikation zwischen den Laboren und den Krankenhäusern sowie den Gesundheitsämtern in Deutschland weiterhin nicht digital, sondern per Fax. Auch in den Krankenhäusern warten ÄrztInnen und Pflegekräfte oft zwei Tage auf die Resultate der PCR-Tests. Dabei fordern Virologen und Epidemiologen seit Wochen eine schnellere Übermittlung zur besseren Eindämmung der Pandemie.