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"Einschleppung aus Kroatien" - Die Covid-19-Zahlen am Samstag

In Berlin
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In Österreich ist die Zahl der Neuinfektionen deutlich gestiegen, dabei hatte Gesundheitsminister Rudolf Anschober schon die Zahlen vom Freitag als "besorgniserrend" bezeichnet. Laut Innenministerium wurden 303 neue Ansteckungen registriert - davon 131 in Wien, 51 in Oberösterreich, 37 in Tirol und 33 in Kärnten.

In Deutschland ist die Zahl der Neuansteckungen fast gleich geblieben (siehe weiter unten).

Für die Schweiz meldet das Bundesamt für Gesundheit 253 Neuansteckungen. Das sind etwas weniger als am Freitag. Allerdings steht das BAG wegen der Fehlinformation zu einem Todesfall in Bern in der Kritik.

Im Interview mit 20 Minuten sagt der Epidemiologe Andreas Cerny: "Das Virus ist da und zirkuliert. Es macht keinen Sinn, wenn die Länder einander die Schuld für ihre epidemiologische Lage zuschieben. Die hohen Zahlen sind eine Folge von einer Summe von Lockerungsmassnahmen. Das nächste Problem werden die Schulen sein."

Österreichs Reisewarnung für Kroatien

Kanzler Sebastian Kurz warnte: "Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus zu unterbinden, ohne dass wir einen zweiten Lockdown durchführen. (...) Es gibt eine massive Einschleppung des Virus aus Kroatien“, sagte Kurz. Er will die Kontrollen von Urlaubsrückkehrern an den Grenzen verschärfen. Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss in Österreich einen negativen Coronavirus-Test vorlegen oder in eine zehntägige Quarantäne gehen. Auch hier müsse strenger kontrolliert werden. Außenminister Alexander Schallenberg schließt weitere Reisewarnungen nicht aus.

Wegen der steigenden Coronavirus-Zahlen in Kroatien hat Österreich ene Reisewarnung ausgesprochen. Am Freitag waren 208 neue Fälle an einem Tag gemeldet worden - das war ein neuer Höchststand für Kroatien.

Touristen mussten seit Beginn des Sommers vor der Einreise ein Online-Formular ausfüllen. Reisende müssen darin vor der Einreise ihre Kontaktdaten angeben. Es gilt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, allerings berichten Touristen auch von ausufernden Strandpartys.

"Menschenansammlungen meiden"

Das Robert Koch-Institut meldet an diesem Samstag fast genausoviele bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie an den Vortagen. Verzeichnet wurden in Deutschland 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Am Freitag waren 1449 Menschen Neuinfektionen gemeldet worden.

Dabei zeigt sich das RKI erneut besorgt und warnt vor Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen.

Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.
RKI-Lagebericht

Stefanie Hubig, die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK) erklärte im Interview: "Wenn ich sehe, wie sich manche Erwachsene am Wochenende im Biergarten oder am Strand verhalten, bin ich erschüttert"

Überschattet wird das Wochenende von der Reisewarnung für Spanien - abgesehen von den Kanaren.

Jens Buettner/(c) dpa-Zentralbild
Strand in WarnemündeJens Buettner/(c) dpa-Zentralbild

30.000 Pauschaltouristen aus Deutschalnd derzeit auf den Balearen

Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30 000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Mit geschätzt mehr als 90 Prozent dürften die meisten von ihnen auf Mallorca Urlaub machen, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer am Samstag der dpa. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten.

Am Vorabend hatte die Bundesregierung ihre bisher für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Inselgruppe Balearen ausgedehnt. Ausgenommen sind allein die tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zu den Balearen gehören neben der beliebten Urlaubsinsel Mallorca auch die kleineren Mittelmeerinseln Ibiza und Menorca.

Nach Angaben des DRV werden alle Reiseveranstalter in den kommenden Tagen geplante Reisen dorthin absagen. Das gehört zum Standardverfahren nach einer Reisewarnung, die zwar kein Reiseverbot bedeutet, aber Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht. Bereits am Freitagabend hatte zum Beispiel Tui angekündigt, ab Samstag alle Pauschalreisen nach Spanien mit Ausnahme der Kanaren zu streichen. «Das werden sie jetzt bei allen Reiseveranstaltern sehen», sagte Schäfer. Die Absagen würden «erstmal von Woche zu Woche» erfolgen, um abzuwarten, ob die Reisewarnung nicht bald wieder aufgehoben wird. «Man kann ja nicht Mallorca bis zum Jahresende absagen.»