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Lukaschenko: Der Westen soll sich um seine eigenen Probleme kümmern

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Lukaschenko: Der Westen soll sich um seine eigenen Probleme kümmern
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Die westlichen Länder mögen sich auf ihre eigenen Probleme konzentrieren, reagierte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko auf die Entscheidung der Europäischen Union, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl nicht anzuerkennen.

Bei der Wahl am 9. August hätten nach Angaben der Behörden rund 80 Prozent der Bürger in Belarus für den autoritären Staatslenker votiert und ihm so eine sechste Amtszeit beschert. Viele Belarussen und auch die internationale Gemeinschaft zweifeln das Ergebnis an.

Trotz der Drohung Lukaschenkos hart gegen die Unruhen im Land vorzugehen und die Proteste zu beenden, waren am Mittwoch wieder Tausende auf den Straßen. Auch Anhänger des Präsidenten veranstalteten am Mittwoch eine kleinere Kundgebung. Seine Gegner versammelten sich vor dem Regierungsgebäude in Minsk und warteten auf eine Reaktion Lukaschenkos auf die Entscheidung aus Brüssel.

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder hatten sich auf einem Gipfel am Mittwoch darauf geeinigt, das Wahlergebnis in Belarus nicht anzuerkennen. Der Präsident des Nachbarlandes Litauen, Gitanas Nauseda, sagte, die EU-Länder hätten einstimmig entschieden.

Gitanas Nauseda, Präsident von Litauen: Die EU wolle gezielte Sanktionen gegen Personen in Belarus verhängen, die an der Fälschung von Wahlergebnissen und der Unterdrückung von Demonstranten beteiligt waren, so Nauseda.

Doch Alexander Lukaschenko hat die Kritik der EU zurückgewiesen. In Minsk stellte sein neues Kabinett vor und forderte die westlichen Länder auf, sich auf ihre eigenen Probleme zu konzentrieren.

Die Menschen in Belarus haben sich mit ihren anhaltenden Protesten so weit nach vorne gewagt wie noch nie in der Geschichte des Landes.

Seit der Präsidentenwahl finden landesweite Proteste und Arbeitsniederlegungen statt. Zu Beginn reagierte die Polizei mit Gewalt auf weitgehend friedliche Demonstranten.