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Erdgasstreit im Mittelmeer - EU kritisiert Türkei

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Exploration Ship
Exploration Ship   -   Copyright  AP/AP
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Griechenland hat Militärübungen im östlichen Mittelmeer angekündigt. In dem umstrittenen Gebiet sucht die Türkei mit einem von Kriegsschiffen eskortierten Forschungsschiff nach Öl- und Gasvorkommen und will die Suche ausweiten. Die EU mahnt zur Deeskalation.

Die Übungen sollen südöstlich der griechischen Insel Kreta beginnen und am Donnerstag enden. Deutschland will im Streit vermitteln. Außenminister Heiko Maas reist dazu nach Ankara und Athen.

Dazu Stelios Petsas, griechischer Regierungssprecher:

"Griechenland reagiert sowohl in diplomatischer als auch in operativer Hinsicht ruhig und angemessen. Wir tun dies voller Vertrauen, um unsere nationalen souveränen Rechte zu verteidigen".

Griechenland wirft der Türkei vor, vor griechischen Inseln illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Als Reaktion auf die angekündigten griechischen Militärmanöver hat die Türkei den Forschungsauftrag des türkischen Erkundungsschiffes ausgeweitet.

Christofer Burger, der Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes, verurteilte die Maßnahme der türkischen Regierung.

"Wir bedauern die Ankündigung der Türkei, die seismischen Untersuchungen des türkischen Schiffes zu verlängern. Unserer Ansicht nach, ist dies in der gegenwärtigen Situation ein Schritt in die falsche Richtung, denn was wir jetzt brauchen, sind Signale zur Deeskalation".

Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und drängt auf Einstellung. Die Regierung in Ankara vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören. Nabila Massrali, EU-Sprecherin für Außen- und Sicherheitspolitik, mahnt zum Dialog:

"Die Staats- und Regierungschefs haben ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht und fordern Zurückhaltung. Sie brachten auch ihre uneingeschränkte Solidarität mit Griechenland und Zypern zum Ausdruck".

Im Streit um Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer hat die türkische Regierung scharfe Töne angeschlagen und will die Bohrungen fortsetzen. Nach jahrelangen Verhandlungen hat Griechenland mit Ägypten ein Seerechtsübereinkommen unterzeichnet, das die Nutzung von Meeresabschnitten regelt.

Für die Türkei hat dieses Abkommen keine Gültigkeit. Die Vereinbarung gilt als Reaktion auf eine ähnliche Zusammenarbeit der Türkei mit Libyen. Beide Abkommen betreffen teilweise dieselben Seegebiete.