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Ärzte gewarnt: Ermittlungen wegen Masken-Attesten für "Corona-Rebellen"

In Frankfurt
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In Deutschland, in Österreich und in der Schweiz gilt fast überall Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften. Doch Masken-Verweigerer haben schon vor Wochen begonnen, die Pflicht auch mit falschen Attesten zu umgehen.

So berichtet Blick.ch, dass eine Therapeutin im Kanton Thurgau, die eigentlich gar keine Atteste ausstellen darf, Bescheinigungen für 40 Franken (37,15 Euro) im Internet anbietet. "An der Wand ihres Sprechzimmers hängt ein Flyer gegen die Maskenpflicht. Auf dem Tisch liegt eine Petition gegen den «Impfzwang». Marianne K. ist überzeugt, das Coronavirus sei eine weltweite Verschwörung."

Offenbar beteiligen sich auch ÄrztInnen am Protest gegen die Corona-Regeln.

Die ÄrzteZeitung warnt vor dem Ausstellen falscher Gesundheitszeugnisse, um die Maskenpflicht zu umgehen. Im schlimmsten Fall drohe den MedizinerInnen der Entzug der Approbation. "Auch die Täuschung einer Behörde oder Versicherung über den eigenen Gesundheitszustand mittels ärztlichen Attestes ist strafbar", schreibt die Ärzte-Zeitung unter dem Titel "Corona-Masken-Attest: Spiel mit dem Feuer".

Attila Hildmann "brav mit Maske beim Arzt"

Auf Twitter sorgte die vom "Volksverpetzer" veröffentlichte Geschichte für Aufsehen, dass der Verbreiter von Verschwörungstheorien Attila Hildmann "brav mit Maske beim Arzt" gesehen wurde. Eigentlich wettert der Organisator von Protesten gegen die Corona-Regeln in Berlin gegen das Tragen von Mund-Nase-Schutz. Auf seinem Telegram-Kanal hat der Vegankoch die Echtheit des Fotos bestätigt.

Ermittlungen gegen Ärztin wegen Masken-Attesten für "Corona-Rebellen"

Gegen eine Ärztin aus Mannheim, die den Mitgliedern der Telegram-Gruppe "Corona-Rebellen" für fünf Euro Bescheinigungen ausgestellt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

"Unsere Ärztin Monika J., von welcher viele von euch Atteste bezüglich Maskenbefreiung erhalten haben, benötigt Hilfe", wurde laut heute.at in der Telegram-Gruppe der "Corona-Rebellen" verbreitet. Die Gegner der Corona-Regeln wollten die Ärztin mit einem Anwalt und mit Spenden unterstützen.

Mindest-Bußgeld von 50 Euro für Masken-Verweigerer in Deutschland

Die Maskenpflicht wird in Deutschland von den Bundesländern geregelt, Am 27. August hatten sich die Ministerp¨räsidenten bei einer virtuellen Konferenz mit Angela Merkel auf ein Mindest-Bußgeld von 50 Euro geeinigt.

In Baden-Württemberg müssen Kunden in einem Ladengeschäft – von Ausnahmen abgesehen – eine Maske tragen, so das Gesundheitsministerium. Dafür verantwortlich sei der Ladeninhaber. Ausnahmen seien zum Beispiel gesundheitliche Gründe, Atteste seien dabei eine Möglichkeit zum Nachweis.

Gleiches gilt in Bayern: Ob der Zutritt ohne Maske erlaubt werde, richte sich nach dem konkreten Einzelfall, so ein Sprecher des dortigen Gesundheitsministeriums. Die Gründe müssten glaubhaft gemacht werden, aber: "Der Ladenbetreiber darf nicht pauschal auf das Attest bestehen." Kann kein Nachweis vorgelegt werden oder wird der Grund nicht glaubhaft vermittelt, könne der Zutritt verweigert werden. Datenschutzrechtlich sei das unbedenklich.

Ähnliche Verordnungen gelten auch auch in Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.