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Masken: Sinnvoller Schutz oder Unterdrückungsinstrument?

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Masken: Sinnvoller Schutz oder Unterdrückungsinstrument?
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In Deutschland heißen sie Corona-KritikerInnen, in Frankreich Masken-GegnerInnen: In verschiedenen europäischen Städten waren in den vergangenen Wochen immer wieder Hunderte bis Tausende Menschen auf der Straße, um gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu demonstrieren. In Deutschland steht vor allem die Initiative "Querdenken 711" dahinter.

Die AnhängerInnen der Bewegung fühlen sich von Politik und Medien manipuliert, sie halten Covid-19 für weniger gefährlich als gemeinhin dargestellt und sperren sich deswegen auch gegen Masken.

Nutzen von Masken in Medizin unumstritten

Dabei werde der Mund-Nasen-Schutz seit Jahren in der Medizin dazu eingesetzt, um zu verhindern, dass Menschen in Kontakt mit dem Atem anderer Menschen kommen, so Simon Kolstoe von der Universität Portsmouth. Es gehe darum zu verhindern, mit dem Atem eines Infizierten in Kontakt zu kommen. Innerhalb der Medizin sei es relativ unstrittig, zum Beispiel bei Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten, dass Menschen Masken tragen sollten, damit sie andere Menschen nicht anatmeten.

Argumente, die Masken-GegnerInnen wohl kaum überzeugen werden, diese kritisieren unter anderem, das zum Beispiel die WHO das Tragen von Masken für alle erst Monate nach Beginn der Pandemie empfahl.

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet das Tragen von Masken.

Frankreich: Masken-GegnerInnen sind vor allem Frauen

In Frankreich gab es eine erste Studie, die die Einstellungen von Masken-GegnerInnen untersuchte. Der Soziologe Antoine Bristielle führte dazu eine Online-Umfrage basierend auf mehr als 1000 Antworten durch. Demnach halten die GegnerInnen der Maskenpflicht in Frankreich, wo der Schutz mittlerweile in vielen Städten auch auf der Straße getragen werden muss, für ein Unterdrückungsinstrument. Sie diene dazu, der Bevölkerung ihre Freiheit zu nehmen.

Die GegnerInnen seien staatlichen und wissenschaftlichen Institutionen generell sehr skeptisch gegenüber eingestellt und neigten dazu, an Verschwörungstheorien zu glauben. Normalerweise hätten vor allem junge Menschen aus dem Arbeitermilieu diese Einstellungen, so der Forscher. Die Masken-GegnerInnen jedoch seien eher älter als 50 Jahre und hätten ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau. Zudem seien die meisten von ihnen Frauen.