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Italien: Schulstart als Prüfung für die Regierung

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Italien: Schulstart als Prüfung für die Regierung
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Begleitet von Debatten um Corona-Ausbreitung und organisatorischen Problemen ist ein Großteil der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder in die Klassen zurückgekehrt. Für etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen begann an diesem Montag nach mehr als sechs Monaten Pause wieder der Unterricht.

Das Land hatte seine Schulen am 5. März geschlossen, in keinem anderen europäischen Land waren sie länger dicht. Wegen der Ausbreitung des Virus gelten zum Schulstart strenge Vorsichts- und Schutzmaßnahmen.

Ein Oberschüler in Rom:

"Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich, nach vielen Monaten zu Hause wiederzukommen. Es fühlt sich fast wie eine Befreiung an, wieder zur Schule zu gehen."

Es fühlt sich fast wie eine Befreiung an, wieder zur Schule zu gehen
ein Oberschüler
in Rom

Außerhalb des Unterrichts und in den Klassenräumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Schüler über sechs Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Antonella Giuda, Mutter eines Oberschülers:

"Ich bin glücklich, aufgeregt, das ist der erste Oberschultag für meinen Sohn. Das ist stärker als Sorgen und Ängste, die definitiv da sind, aber ich habe Vertrauen in die Lehrer und die Schulverwaltung."

MASKEN UND EINZELTISCHE FEHLEN

Allerdings stockt die von der Regierung versprochene Maskenlieferung ebenso wie die angekündigte Bereitstellung von 2,4 Millionen Einzeltischen.

Rita Pappalardo, Rektorin der Visconti-Oberschule in Rom:

"Wir halten Abstand, obwohl wir immer noch keine Einzel-Schreibtische für die Schüler haben, haben wir einen Meter Abstand eingehalten. Unsere Assistenten machen am Ende jeder Schulstunde gründlich sauber, und für den Rest heißt es Daumen drücken."

CORONA-UNTERRICHT UNTER FREIEM HIMMEL

Oft fehlt es an aber Lehrern und geeigneten Räumen, der Unterricht soll daher teilweise auch draußen stattfinden. Die Eltern sind aufgerufen, bei ihren Kindern vor Schulstart jeden Morgen Fieber zu messen.

Elena Cavallone, Euronews:

"Das Virus ist eine Herausforderung - nicht nur für die Schulen, auch für die Glaubwürdigkeit der Regierung, die bereits wegen des Managements und Verzögerungen bei der Wiedereröffnung der Schulen kritisiert wurde. Die öffentliche Meinung ist bei den offiziellen Schülerzahlen sehr skeptisch. Die Daten der Regierung sind unbestätigt, man rechnet mit vielen, die in der letzten Minute doch nicht hingehen".

Elena Cavallone, su mit dpa