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Erdgasstreit: EU und Griechenland beraten über multilaterale Gespräche

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Erdgasstreit: EU und Griechenland beraten über multilaterale Gespräche
Copyright  Burhan Ozbilici/AP
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Im Streit um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei könnte es möglicherweise multilaterale Gespräche geben. Das teilten EU-Ratspräsident Charles Michel und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bei einem Treffen in Athen mit, wenige Tage nach dem das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" aus dem umstrittenen Seegebiet abzog. Der Konflikt sei ein europäisches Thema, betonte Michel.

Mitsotakis betonte seine Dialogbereitschaft: "Wenn wir spürbare Fortschritte sehen, dann sind wir sofort, ich betone, sofort, mit der Türkei über unser großes Streitthema zu sprechen: Die Abgrenzung von Seegebieten, einer exklusiven Wirtschaftszone, in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer."

Die Türkei begründete die Rückkehr ihres Forschungsschiffes jedoch lediglich mit Wartungsarbeiten. Der griechische Präsident und die türkische Opposition hätten die Fahrt der "Oruc Reis" in den Hafen von Antalya fälschlicherweise als Rückzug bezeichnet, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag dem türkischen Fernsehsender Ntv.

EU-Außenbeauftragter lobt Rückkehr der "Oruc Reis"

Der türkisch-griechische Streit war auch im Europaparlament Thema. Dass Ankara die Gassuche vorerst eingestellt habe, sei ein Schritt in die richtige Richtung, der zu einem Dialog führen könnte, so der EU-Außenbeauftragte. Das türkische Vorgehen während des Sommers sei inakzeptabel, so Borrell. Die Türkei müsse auf unilaterale Aktionen verzichten, um einen Dialog zu ermöglichen.

Die EU-Außenminister hatten Ende August Sanktionen gegen die Türkei angedroht, falls diese im Erdgasstreit nicht einlenkt. Die Debatte darüber soll bei einem weiteren Außenministertreffen und bei einem EU-Sondergipfel nächste Woche weiter geführt werden. Er hoffe auf eine klare Linie der EU-Staats- und Regierungschefs, sagte Borrell.

Das türkische Forschungsschiff hatte seit der zweiten Augustwoche im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas gesucht. Griechenland führte daraufhin Militärübungen in dem Gebiet durch und gab bekannt, ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm eingeleitet zu haben.