Eilmeldung
This content is not available in your region

Corona-Lage am 29.09.: USA erlauben Schnelltests, Niederlande machen dicht

euronews_icons_loading
Corona-Lage am 29.09.: USA erlauben Schnelltests, Niederlande machen dicht
Copyright  Evan Vucci/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Hat das lange Warten auf die Testergebnisse bald ein Ende?

Nicht nur um den Impfstoff gegen das Coronavirus auch um den Schnelltest liefern sich die Pharmakonzerne weltweit ein Wettrennen. In den USA haben jetzt zwei Unternehmen - eines aus Südkorea und ein amerikanisches - im Eilverfahren eine Genehmigung der Arzneimittelbehörde FDA bekommen.

Der Schnelltest der Firma Abbott ist im Rosengarten des Weißen Hauses - im Beisein von US-Präsident Donald Trump vorgestellt worden. Der stellvertretende Gesundheitsminister, Admiral Brett Giroir, rührte kurz mit dem Wattestäbchen in der eigenen Nase herum und zeigte, wie der Test funktioniert.

Das Ergebnis soll in 15 bis 30 Minuten vorliegen. Ein kleines Testkits kostet fünf Dollar. Ab Oktober will Abbott 50 Millionen Tests pro Monat herstellen.

Das Wahlkampfteam von Donald Trump schrieb auf Twitter, die US-Regierung habe das fortschrittlichste Testsystem der Welt aufgebaut. Die Schnelltests sollten vor allem dafür sorgen, dass die Lockdown-Maßnahmen beendet und die Wirtschaft wieder hochgefahren werden kann.

Die USA haben weltweit die meisten Coronavirus-Fälle und die meisten Pandemie-Toten.

Auch die WHO setzt auf Schnelltests

Auch die Weltgesundheitsbehörde WHO setzt bei der Bekämpfung der Pandemie auf die Schnelltests, besonders weil diese in Zukunft auch zu Hause durchgeführt werden könnten.

WHO-Generaldirektor, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte auf einer Pressekonferenz in Genf:

"Dies wird die Ausweitung von Tests insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten ermöglichen, in denen es keine Labore oder nicht genügend geschultes Gesundheitspersonal für das Durchführung der Tests gibt. Dies ist eine wichtige Ergänzung der Testkapazitäten und in Gebieten mit hohen Infektionszahlen besonders wichtig.

Auch in Europa werden mehrere Schnelltests erprobt.

Strengere Regeln in den Niederlanden

In den Niederlanden müssen Bars und Restaurants jetzt um 22 Uhr schließen.

Experten rechnen - nach einem Anstieg auf 2.500 bestätigte Fälle pro Tag - in den kommenden Wochen mit bis zu 5.000 täglichen Neuinfektionen.

Zu den neuen Regeln der Regierung gehört die Möglichkeit, dass Arbeitgeber zur Verantwortung gezogen werden, wenn ein Cluster von Coronavirusinfektionen in einer Firma vorkommt. Ein betroffener Betrieb kann für bis zu zwei Wochen stillgelegt werden, sagte Regierungschef Mark Rutte. Ebenso sollten nur notwendige Einkäufe erledigen, und von Shopping nicht als Ausflug absehen.

"Die strengeren nationale Maßnahmen werden ab morgen 18 Uhr eingeführt", sagte Ministerpräsident Rutte am Montagabend. "Wir haben diese Situation in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag erlebt. Wir laufen Gefahr, vom Virus eingeholt zu werden. Deshalb verschärfen wir die nationalen Maßnahmen fort, um das Virus wieder einzudämmen", so Rutte.

Lage in Madrid weiterhin besonders besorgniserregend

In Spanien erklären Experten die dramatische Lage damit, dass die Aufhebung des Lockdown nicht gut genug geplant worden sei. In Madrid wird mit einem Eingreifen der Zentralregierung gerechnet, die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern liegt in der Hauptstadt bei 790.

In Deutschland und Europa gilt die Lage ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern als kritisch.

In ganz Spanien haben 400 Städte eine Inzidenz von über 500 - und müssten nach den Kriterien des Gesundheitsministers in den Lockdown. Davon wären dann mehr als 9 Millionen Menschen betroffen.

Slowakei will zweiten Notstand ausrufen

In der Slowakei will die Regierung zum zweiten Mal den Corona-Notstand ausrufen. Ministerpräsident Igor Matovic erklärte am Montag nach einer Sitzung seines Krisenstabs: "Die Lage ist äußerst ernst, und ich denke, wir müssen sehr grundlegende und sehr mutige Entscheidungen treffen."

Der Notstand sollte voraussichtlich am Mittwoch von der Regierung gebilligt werden. Unter den vorgeschlagenen Einschränkungen ab dem 1. Oktober sind die Absage aller Sportveranstaltungen, kulturellen Veranstaltungen und Gottesdienste.

Bei Hochzeiten und Beerdigungen müssten dann alle Teilnehmer negative Testergebnisse vorlegen.