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Erster Prozess im Dieselskandal: Ex-Audi-Chef Stadler vor Gericht

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Stadler beim Prozessauftakt in München
Stadler beim Prozessauftakt in München   -   Copyright  Matthias Schrader/ Associated Press
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In Deutschland beginnt erstmals ein Prozess gegen einen Angeklagten im Dieselskandal: Der ehemalige Audi-Vorstandschef Rupert Stadler muss sich vor dem Landgericht München wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung verantworten. Mit ihm stehen der frühere Audi-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz sowie zwei weitere ehemalige führende Audi-Ingenieure vor Gericht.

Hatz und die beiden Ingenieuren sollen die Dieselmotoren entwickelt haben, die mittels einer illegalen Abschaltfunktion Abgastests einhielten, auf der Straße aber mehr Schadstoffe ausstießen. Stadler soll zwar erst nach Aufdeckung des Dieselskandals 2015 von den Manipulationen erfahren haben. Er habe die Produktion und den Verkauf der betroffenen Autos aber erst später gestoppt.

Urteil 2022 erwartet

Stadler und Ex-Entwicklungsvorstand Hatz weisen die Vorwürfe zurück. Die beiden weiteren Ingenieure sind teilweise geständig. Der Prozess soll zwei Jahre dauern, das Urteil wird Ende 2022 erwartet.

Im Dieselskandal gab es bereits mehrere Anklagen gegen Top-Manager. Das Verfahren gegen den ehemaligen Chef des Audi-Mutterkonzerns VW, Martin Winterkorn soll im kommenden Jahr beginnen. Zuletzt wurde berichtet, dass er Gesundheitsprobleme geltend machen könnte, was den Prozessablauf erheblich stören dürfte. Die Verfahren gegen die VW-Manager Herbert Diess und Hans-Dieter Pötsch wurden gegen Millionenzahlungen eingestellt.