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Slowenien: "Damit sich die Geschichte mit dem Asbest nicht wiederholt"

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Die Anwohner fürchten Gesundheitsschäden durch Müllverbrennung
Die Anwohner fürchten Gesundheitsschäden durch Müllverbrennung   -   Copyright  Johannes Pleschberger
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Sloweniens größte Zementfabrik, Salonit Anhovo, sorgt für heftige Diskussionen. Bis in die 90er Jahre hinein wurde hier in der Nähe der italienischen Grenze Asbest produziert. Nun stellt die Firma nur noch Zement her und verbrennt nebenbei tonnenweise Müll für Energiegewinnung.

Rund 200 AnrainerInnen wollen diese Müllverbrennung stoppen, da sie erneut Gesundheitsrisiken befürchten. Unter ihnen sind viele Krebskranke und Angehörige verstorbener FabrikmitarbeiterInnen, die eine Art Asbest-Rente erhalten. Liliana Misigoj hat beide Eltern verloren, die in der Fabrik arbeiteten: "Geld kann Menschen nicht zurückbringen. Geld kann den Schmerz nicht wieder gutmachen."

Angst vor neuer Erkrankungswelle

Im vom Asbest betroffenen Teil des Sočatals gibt es über 2.000 dokumentierte Folgeerkrankungen, vor allem Krebsleiden. Hausärztin Nevenka Mlinar hat deshalb einen Appell an die Regierung gerichtet, 600 slowenische MedizinerInnen haben sich ihr angeschlossen. "Wir haben uns verpflichtet gefühlt, die Regierung zu informieren, so dass sich die Geschichte mit dem Asbest nicht wiederholt", so Mlinar.

ÄrztInnen und UmweltaktivistInnen kritisieren, dass Zementfabriken wie Salonit mehr Schadstoffe produzieren dürfen als offizielle Müllverbrennungsanlagen. Salonit Anhovos Firmenchef Julijan Fortunat sieht die Regierung in der Verantwortung: "Wir können der lokalen Bevölkerung versprechen, dass wir die Anforderungen unserer Regierung oder der EU mehr als einhalten werden."

Das slowenische Umweltministerium sagte dazu in einer Stellungnahme, die Umweltperformance von Salonit Anhovo sei besser als die der meisten europäischen Zementfabriken.

In Zukunft noch mehr Müllverbrennung?

Neben anderen Partikeln emittiert Salonit auch den krebserregenden Schadstoff Benzol. Die vom Unternehmen beauftragten Messungen ergaben laut Experten aber eine sehr niedrige Belastung.

euronews-Reporter Johannes Pleschberger: "Salonit Anhovo hat die slowenische Regierung um Erlaubnis gebeten, im Zukunft ein Viertel mehr Müll verbrennen zu dürfen. Momentan wird dieser Antrag noch geführt."