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"Hallo, hier spricht die Armee!" Militär hilft beim Corona-Tracking

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COVID-19-Tracker der spanischen Marine
COVID-19-Tracker der spanischen Marine   -   Copyright  PIERRE-PHILIPPE MARCOU/AFP or licensors
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"Guten Tag, ich habe Ihre Nummer von einer Person, die positiv auf COVID-19 getestet wurde". Diesen gefürchteten Anruf erhalten in diesen Tagen unzählige Spanier. Nicht nur vom Gesundheitsamt, sondern der Armee. Wegen rapide ansteigender Infektionenzahlen hilft das Militär beim Tracking.

In der "Abteilung für epidemiologische Überwachung" im Madrider Hauptquartier der spanischen Streitkräfte laufen die Leitungen heißt. Das Callcenter ist sieben Tage die Woche 12 Stunden täglich besetzt.

Zwei Tage vor Auftreten der Symptome ansteckend

Die Listen der infizierten Personen werden von den Regionalregierungen zur Verfügung gestellt, erklärt die Leiterin des Tracking-Zentrums, Feldwebel Ana Castillo. "Davon ausgehend, dass ein Infizierter bereits zwei Tage vor Auftreten der Symptome ansteckend war, gehe es darum, herauszufinden, mit wem er Kontakt hatte, ob in der Schule, auf der Arbeit oder in einer Arztpraxis, und dann mit jeder genannten Person den Kontakt herzustellen."

Dann beginnt die Überzeugungsarbeit. Denn nicht sehen die Notwendigkeit der Selbstisolation ein, erklärt ein Mitarbeiter. "Ich versuche, die Situation zu erklären, in der wir uns alle im Moment befinden. Wenn die Person keinen Grund sieht und nicht kooperieren will, melde ich es meinem Vorgesetzten, welcher die zuständigen Behörden über den Vorfall informiert."

Pro Covid-19-Fall drei bis vier Kontaktanrufe

In der Regel sind pro Covid-19-Fall drei bis vier Kontaktanrufe nötig. Aufwendiger sind Ansteckungsherde. Unteroffizier Rafael Medel berichtet über ein Begräbnis, bei dem sich gleich 20 Menschen auf einmal infizierten,

"Es war ein Schock für all diese Menschen, als ich ihnen mitteilte, dass das Ergebnis positiv sei und dass nicht nur sie, sondern alle Menschen, mit denen sie Kontakt hatten, unter Quarantäne gestellt werden müssten.

Ich alles getan, um ihnen zu helfen: Aber man kann sich nicht um so viele Menschen auf einmal bemühen, meine Kollegen mussten einspringen."

Nur durch eine Unterbrechung der Infektionsketten lasse sich die zweite Welle in Schach halten, sagen die Gesundheitsbehörden. Gut zweitausend Militärangehörige widmen sich bis auf Weiteres voll und ganz dieser Aufgabe.