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Goldene Morgenröte: „Das sind wir: Nationalisten, Nationalsozialisten, Faschisten“

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Kundgebung von Anhängern der Goldenen Morgenröte im Jahr 2014
Kundgebung von Anhängern der Goldenen Morgenröte im Jahr 2014   -   Copyright  SAKIS MITROLIDIS/AFP
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Der 17. September 2011: Anhänger der Goldenen Morgenröte zeigen den Hitler-Gruß und singen die Hymne der griechischen Partei. Das Erkennungszeichen der rechtsextremen Gruppierung erinnert stark an das Hakenkreuz der deutschen Nationalsozialisten, auch die zugehörigen Farben sind ähnlich.

Gegründet wurde die Goldene Morgenröte 1985 von Nikolaos Michaloliakos, er steht nach wie vor an der Parteispitze. Dieser sagte 2012:

„Wir sind die Nachkommen derjenigen, die 1945 besiegt wurden. Das sind wir: Nationalisten, Nationalsozialisten, Faschisten.“

Bei der Parlamentswahl im September 2015 erhielt die Goldene Morgenröte knapp sieben Prozent der Stimmen, war damit drittstärkste Kraft, vier Jahre später stürzte die Partei auf 2,9 Prozent ab.

Thanasis Kampagiannis, der an dem Prozess gegen die Goldene Morgenröte als Anwalt mitwirkt, meint, in dem Verfahren sei der Partei sinnbildlich die Maske vom Gesicht gerissen worden.

„Die griechische Gesellschaft hat sich durch dieses Verfahren verändert und viel gelernt. Sie lernte, welche Rolle Rassismus und Fremdenfeindlichkeit beim Aufbau einer solchen faschistischen Gruppierung spielen. Hier sagt man: Die Bienen haben gegen die Wölfe gewonnen“, so Kampagiannis.

Mord an antifaschistischem Musiker und zwei Goldene-Morgenröte-Mitgliedern

Gewalttaten und Hetze gegen politische Gegner seien laut der Goldenen Morgenröte nur Einzelfälle und nie von Parteiseite gesteuert worden, verteidigte sie sich. Vielmehr sei man selbst Gewalt ausgesetzt - wie im November 2013, als zwei Mitglieder der Partei erschossen wurden. Dies geschah rund zwei Monate nach dem Mord am linksgerichteten Musiker Pavlos Fyssas, der von einem Mitglied der Goldenen Morgenröte erstochen worden war.

Die Journalistin Eleftheria Koumandou erläutert: „Der Mord an dem antifaschistischen Musiker war der Ausgangspunkt der Strafverfolgung. Die antifaschistische Bewegung wurde dadurch noch stärker als bei vorherigen Vorkommnissen aktiviert. Auch die Behörden haben schneller gehandelt, und der Druck auf die Regierung war größer. Das System hat seine Handlungsfähigkeit gezeigt."

euronews-Reporter Panos Kitsikopoulos kommentiert: „Am 18. September 2013 wurde hier Pavlos Fyssas ermordet. Er wurde Opfer der Hetze, der auf Hass aufgebauten Ideologie und des angewendeten Hasses der Goldenen Morgenröte. Einige sagten: Irgendwann musste es ja so weit kommen. Das hat eine Lawine ausgelöst, die dazu führte, dass sich die griechische Neonazi-Partei vor Gericht verantworten musste.“