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Zypern: Zankapfel Geisterstadt Varosha

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Varosha (Archivbild)
Varosha (Archivbild)   -   Copyright  Petros Karadjias/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Die Wiedereröffnung der Geisterstadt Varosha an diesem Donnerstag wurde vom türkischen Staatschef Erdogan gemeinsam mit dem Führer des türkisch-besetzten Nordteils Zyperns angekündigt.

Varosha, eigentlich ein südlicher Vorort von Famagusta an der Ostküste Zyperns, ist verlassen, seitdem türkische Truppen 1974 in den Norden Zyperns einmarschierten und den Ort daraufhin mit Stacheldraht abriegelten.

Eine UN-Resolution von 1984 verlangt die Überstellung Varoshas unter die Aufsicht der UNO, damit die ursprünglichen Bewohner wieder zu ihren Häusern zurückkehren können.

Die EU-Kommission ist nun besorgt, dass der einseitige türkische Schritt zu Spannungen führen könnte.

Außerdem könnte es UN-Versuche aushöhlen, die Neusiedlungsgespräche wieder aufzunehmen.

Es sei an der Türkei zu zeigen, dass sie an einem konstruktiven Dialog interessiert sei, so ein Kommissionssprecher in Brüssel.

Sollte Ankara stattdessen auf einseitiges Vorgehen und Provikationen setzen, dann werde sich die EU alle Optionen im Verhältnis mit der Türkei offen halten.

Die EU-Länder gaben der Türkei bis zum EU-Gipfel Mitte Dezember, um die Spannungen im östlichen Mittelmeer zu deeskalieren.

Zwar zog Erdogan ein Forschungsschiff aus zyprischen Gewässern ab, doch wurde die jüngste Varosha-Aktivität als Vorbote von Ankaras wahren Absichten gesehen.

Der türkisch-zyprische EU-Abgeordnete Niyazi Kizilyurek vermutet, Erdogan wolle sich in Regionalwahlen Mitte des Monats einmischen, um Bemühungen um eine Wiedervereinigung der Insel zu torpedieren.

Diese Einmischung in den Wahlkampf der türkischen Zyprer sei an sich inakzeptabel.

Es sei aber auch ein klarer Verstoß gegen die UN-Resolution zu Varosha.

Damit zeige Erdogan nur, was er von den demnächst beginnenden UN-Verhandlungen mit dem Ziel einer Wiedervereinigung halte.

Die Regierung Zyperns hat bereits beim UN-Sicherheitsrat protestiert und will den Europäischen Rat auf seinem nächsten Gipfel am 15. Oktober informieren.