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"Es läuft nicht gut in der Schweiz": 5.596 Neuinfektionen am Mittwoch

Simonetta Sommaruga und Alain Berset
Simonetta Sommaruga und Alain Berset   -   Copyright  ANTHONY ANEX/AP
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An diesem Mittwoch verweist der Schweizer Gesundheitsminister bei der Pressekonferenz zum Coronavirus auf den Ernst der Lage. Innerhalb von einer Woche hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus verdoppelt. Nach Angaben von Alain Berset liegt der R-Wert derzeit bei 1,6. "Wenn wir 10 Personen haben, infizieren sie 16 andere Personen. Mit einer Reproduktionsrate von 1 bleiben wir stabil, und erst wenn wir unter 1 sind, verbessert sich die Situation." warnte der Minister in Bern.

An diesem Mittwoch meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 5.596 positive Testergebnisse in den vergangenen 24 Stunden. 19,8 Prozent aller Tests sind inzwischen positiv.

"Höllentempo" der Verbreitung

Die Zeitung Blick schreibt: "Das Coronavirus verbreitet sich in der Schweiz in einem Höllentempo."

Der Gesundheitsminister äußerte verwies aber mehrmals darauf, dass es darum gehe, einen Lockdown zu vermeiden: "Wenn sich die Situation nicht brutal verschlechtert, werden wir nächste Woche weitgehende Schließungen zu verhindern versuchen.(...) Wir wissen aber nicht, was weiter auf uns zukommt."

Macht die Einreisequarantäne noch Sinn?

Auf der Pressekonferenz kam auch das Thema der Reisewarnungen und der Einreisequarantäne zur Sprache. Berset gestand ein, dass die aktuelle Handhabung nicht sehr viel Sinn mache, denn es seien Länder mit einer Inzidenz von 90 auf der Risikoliste. "Und wir selber haben eine Inzidenz von über 300."

Im von der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie besonders betroffenen Wallis lag die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner zuletzt sogar bei 898.

In Deutschland gilt eine Gegend ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche als Risikogebiet, in der Schweiz ab 60.

In der kommenden Woche wollte die Schweizer Regierung über eventuelle neue Maßnahmen und eine Veränderung der Einreisequarantäne entscheiden. Zunächst gelte es das Wochenende und die Wirkung der verschärften Maskenpflicht und der Kontaktbeschränkungen abzuwarten.