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69 Tote in Nigeria - und Ärger über Beyoncé-Tweet

Proteste gegen Polizeigewalt in Lagos
Proteste gegen Polizeigewalt in Lagos   -   Copyright  Sunday Alamba/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Bei Protesten gegen Polizeigewalt in Nigeria sind in den vergangenen Tagen 51 Zivilisten, 11 Polizisten und 7 Soldaten ums Leben gekommen. Das erklärte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari am Freitagabend - und gab damit erstmals zu, dass die gewaltsamen Ausschreitungen der vergangenen zwei Wochen für zahlreiche Menschen tödlich verliefen. Die Gewalt von Seiten der Sicherheitskräfte, die unter dem Protest-Slogan #EndSARS weltweit Aufmerksamkeit erregen, erwähnte der 78-jährige Staatschef nicht.

Präsident Muhammadu Buhari hatte zuvor die Demonstranten - die gegen Polizeigewalt protestieren - in einer Fernsehansprache davor gewarnt, "die nationale Sicherheit zu untergraben". Er forderte ein Ende der Proteste, f¨¨ur die er "Hooligans" verantwortlich machte.

Am Dienstag war die Lage eskaliert, als in der Wirtschaftsmetropole Lagos offenbar Sicherheitskräfte auf Demonstranten schossen. Auch am Mittwoch und Donnerstag kam es in der Stadt trotz einer Ausgangssperre zu Demonstrationen und Gewalt, unter anderem in einem Gefängnis. Danach beruhigte sich die Siutaion.

Auf Twitter bestätigten die Behörden von Lagos, dass Ermittlungen gegen mehr als 200 Personen eingeleitet wurden, die bei den Protesten festgenommen worden waren.

International hagelte es Kritik an dem brutalen Vorgehen von mutmaßlichen Sicherheitskräften gegen Demonstranten, unter anderem äußerten sich UN-Generalsekretär António Guterres, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

Ausgelöst worden waren die Proteste durch ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte. Unter dem Hashtag #EndSARS verbreiteten sich die Proteste schnell international und führten auch im Ausland zu Protestkundgebungen.

Viele VIPs haben sich im Internet mit den Protestierenden solidarisch erklärt. Allerdings gab es auch Kritik an einigen Stellungsnahmen. So hatte Superstar Beyoncé ihre Solidarität erst am 21. Oktober auf der Seite ihrer Stiftung bekundet. Zudem schrieb sie davon, dass sie bereits helfe," um in Notfällen medizinische Versorgung, Lebensmittel und Unterkünfte bereitzustellen."

Viele Protestierende fühlten sich durch diesen Tweet beleidigt, denn es gehe nicht um Lebensmittelhilfe. Tatsächlich rebellieren in Nigeria vor allem gut gebildete junge Leute gegen die aktuellen Machtstrukturen.

"Kann einer dieser Frau sagen, dass wir keinen Hunger haben????" schrieb eine Userin unter den Tweet von Beyoncé.

Jon Super/Jon Super
Solidaritätsprotest in ManchesterJon Super/Jon Super

Solidaritätsproteste mit der Bewegung #EndSARS gab es auch in europäischen Städten wie in Manchester.

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