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Hunger im Lockdown: Prager Zoo sucht Futterspender

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Hunger im Lockdown: Prager Zoo sucht Futterspender
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Es ist eine traurige Zeit für die Zoos in vielen Ländern Europa, in denen aufgrund der Corona-Pandemie strenge Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns gelten. Der Prager Zoo hatte den Lockdown im Frühjahr gerade wirtschaftlich überwunden, als er am 9. Oktober erneut schließen musste.

Wichtige Einnahmen wie etwa durch den Verkauf von Eintrittskarten fehlen und mit den ausbleibenden Zoobesuchern ist auch die Zahl der Tierpfleger gesunken. Unter der Situation leiden vor allem die Tiere, erklärt Tierpfleger David Vala: _"Die Kängurus folgen immer den Menschen draußen auf den Wegen und schauen, was da vor sich geht. Ohne Besucher haben sie nichts zu tun."
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Futtergutscheine sichern die nächste Mahlzeit für Polarbären oder Elefanten

Aber nicht nur mangelnde Beschäftigung macht den Tieren zu schaffen. Das Futter wird knapp.

Wegen der finanziellen Notlage hat der Zoo jetzt eine Online-Aktion gestartet. Die täglichen Fütterungen von mehr als 50 Tierarten werden auf der Website des Zoos online gestellt.

Tierfreunde können Gutscheine erwerben und ihre Lieblinge online füttern. Die tägliche Ration eines Polarbärs kostet zum Beispiel rund 23 Euro, die eines Seeadlers etwa 2 Euro.

Ein Asiatischer Elefant kostet den Zoo 15 Euro pro Tag. Elefantenpfleger Irek Dabrowski: _"Alle Zoo- und Elefantenliebhaber können nun unsere Elefantenherde unterstützen und ihnen einen Futtergutschein kaufen, der den täglichen Bedarf eines Elefanten deckt."
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Rund 4 Millionen Euro erwarteter Verlust

Während des ersten Lockdowns hatte der Zoo rund 1,8 Millionen Euro verloren. Zoo-Direktor Miroslav Bobek erwartet für das laufende Jahr Verluste von über vier Millionen Euro.

Der Zoo freut sich über die Spenden, sie können die schwierige Situation aber nur kurzfrsitig überbrücken, sagt Miroslav Bobek: "Ich hoffe, dass wir dank der Futtergutscheine, der Tieradoptionen und anderer Sponsoringarten etwa 10 Prozent unseres Verlustes decken können."

Die Prager Stadtregierung hat versprochen, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Wann der Zoo wieder öffnen kann ist im Moment noch ungewiss.

Die Futtergutscheine sorgen im Moment noch dafür, dass für die Tiere wenigstens die nächste Mahlzeit gesichert ist.