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Feinstaub erhöht Risiko, an Covid-19 zu sterben

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Fluggesellschaften haben bereits angekündigt, nach der Corona-Pandemie wieder Billigflüge anbieten zu wollen.
Fluggesellschaften haben bereits angekündigt, nach der Corona-Pandemie wieder Billigflüge anbieten zu wollen.   -   Copyright  Pixabay
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Viel Luftverschmutzung erhöht das Sterblichkeitsrisiko bei Corona-Infektionen, rund 15 Prozent aller Covid-19-Todesfälle sollen auf das Konto von Feinstaub gehen.

Wissenschaftler in Mainz haben den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Sterblichkeitsrisiko untersucht. Wer also wegen Smog und Abgasen bereits Schäden an Atemwegen oder dem Herz-Kreislauf hat, steht auch dem neuen Sars-Cov2-Virus verwundbarer gegenüber.

Der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Münzel von der Universitätsklinik Mainz: "Es ist keine Frage, der Feinstaub ist ein ganz wichtiger Risikofaktor, ob ich im Endeffekt eine Covid-19-Infektion überlebe oder nicht."

Thomas Münzel und Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie haben für ihre Studie epidemiologischen Daten zum Verlauf der aktuellen Pandemie und ihres Vorläufers SARS mit Satellitenbildern der Feinstaubbelastung in vielen Ländern verglichen.

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Tschechien, China, Deutschland und die Schweiz führen die Liste der Corona-Sterblichkeit aufgrund von Luftverschmutzung anEuronews

In Europa ist es sogar jeder fünfte Corona-Totesfall, der im Zusammenhang mit schlechter Luft stehen soll. Noch höher liegt die Quote mit 27 Prozent in Ostasien.

Eine unmittelbare Kausalität können die Zahlen zwar nicht beweisen, aber Feinstaub belastet die menschlichen Gefäße und damit das Herz-Kreislaufsystem.

Corona-Pandemie und Feinstaub-Pandemie treffen aufeinander

Wie der Feinstaub im Körper wirkt, erklärt Prof. Dr. Thomas Münzel: "Es gibt Untersuchungen, die gezeigt haben, dass vor allem in der Lunge, im Lungenepithel, dieser ACE-2-Rezeptor, der der Rezeptor ist, über den das Virus in die Zelle geschleust wird, durch Feinstaub hochreguliert wird und dadurch die Aufnahme des Virus dadurch praktisch begünstigt wird."

Die Wissenschaftler sprechen von 2 Pandemien, die aufeinander treffen und additiv negativ auf die Gesundheit wirken, der Corona- und der Feinstaub-Pandemie.

Prof. Dr. Thomas Münzel: "Die Covid-Pandemie hat die volle Aufmerksamkeit, was nachvollziehen ist mit mitlerweile 1,4 Millionen Totesfällen weltweit, man muss aber berücksichtigen, dass die Exess-Todesfälle durch Feinstaub im Bereich von 8 Millionen pro Jahr liegen."

Feinstaub verkürzt das Leben stärker als Rauchen, HIV und Kriege zusammen

Der Verlust von Lebensjahren durch Feinstaub beträgt 2,9 Jahre - das sei fast mehr als Rauchen, HIV und Kriege zusammen, so der Kardiologe, der täglich Menschen an Herzinfarkten aber auch Covid-19 sterben sieht. Er appelliert an die Politik, nach dem Ende der Corona-Pandemie nicht weiter zu machen wie bisher, sondern sofort mehr zu tun für den Klimaschutz und damit unmittelbar auch für unsere Gesundheit.

Prof. Dr. Thomas Münzel: "Es geht jetzt darum, Konzepte zu entwicklen, wie man das Klima verbessern kann, und wenn ich für 5,40 Euro nach Mallorca fliegen kann und Easyjet und Ryanair schon angekündigt haben, dass sie den Markt mit Billigflügen überschwemmen wollen!..."