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Neuer Höchstwert: 590 Corona-Tote - Kommt der "harte" Lockdown?

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Neuer Höchstwert: 590 Corona-Tote - Kommt der "harte" Lockdown?
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Noch gut zwei Wochen bis Weihnachten - und nichts läuft wie geplant in Europa. Die zweite Welle grassiert - mit fast 40 % der weltweit registrierten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen.

Auch in Deutschland hat der bundesweite Teil-Shutdown vom November die erwünschte Wirkung verfehlt. Das RKI meldete am Mittwoch 20.815 Neuinfektionen - und einen sprunghaften Anstieg der Corona-Todesfälle: 590 innerhalb eines Tages.

Mehrere Bundesländer haben daher verschärfte Maßnahmen angekündigt oder bereits beschlossen.

Vorreiter Bayern ist wegen anhaltend hoher Corona-Zahlen ab sofort wieder im Katastrophenmodus. Auch das bundesweit derzeit am stärksten betroffene Sachsen will wegen massenhafter Neuinfektionen das öffentliche Leben herunterfahren und bereits ab kommendem Montag auch Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte schließen.

"Harter Lockdown" von Heiligabend bis 10. Januar

Führende Wissenschaftler hatten am Dienstag einen "harten Lockdown" gefordert. Die Leopoldina empfahl, von Heiligabend bis 10. Januar sollten alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen nötigen Waren bundesweit schließen.

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) sagte, wenn sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf einen solchen Weg einige, werde sein Land ihn mittragen. Gut möglich, das Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten noch vor Ende der Woche zusätzliche Einschränkungen auch für den Rest der Republik beschließen.

Slowakei: Experten fordern "echten" Lockdown

Auch auf die Slowakei kommt demnächst ein neuerlicher Lockdown zu, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder rasch angestiegen ist. Der Schulbesuch ist bereits eingeschränkt, Schüler über zehn werden zu Hause unterrichtet.

Restaurants durften nur Speisen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen. Experten empfahlen seit Tagen einen "echten Lockdown" mit Schließung aller Geschäfte mit Ausnahme jener für Lebensmittel und anderer unentbehrlicher Güter.

Trotz Impfkampagne: Keine zu großen Erwartungen

Auch in Großbritannien, das am Dienstag als erstes Land in Europa seine Impfkampagne startete, ist der Kampf gegen Corona nach Ansicht von Experten noch lange nicht gewonnen.

Zwar lobte Premierminister Boris Johnson den Impfstart als "riesigen Schritt vorwärts", warnte aber vor zu großen Erwartungen.

Der Metropole London beispielsweise steht wegen des Infektionsanstiegs eine Lockdown-Verschärfung auf Stufe drei bevor. Großbritannien ist eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder in Europa.