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55% weniger Treibhausgase bis 2030: EU verschärft Klimaziele

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Der französische Staatsmann Robert Schuman, einer der Gründer der EU, vor einem Heißluftballon von Umweltaktivisten s
Der französische Staatsmann Robert Schuman, einer der Gründer der EU, vor einem Heißluftballon von Umweltaktivisten s   -   Copyright  Francisco Seco/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Die Entscheidung fiel auf dem EU-Gipfel in Brüssel am Morgen: die Europäische Union wird ihre Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel verschärfen. So soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 55 Prozent gesenkt werden - im Vergleich zum Wert von 1990.

Bislang wollte die EU ihre Emissionen bis 2030 um 40 Prozent senken. Die gesamte Nacht hindurch wurde debattiert, da einige Mitgliedstaaten Zusagen für finanzielle Unterstützung bei der Energiewende erzwingen wollten.

Die Verschärfung soll helfen, das Klimaabkommen von Paris umzusetzen und die gefährliche Erwärmung der Erde zu bremsen. Das neue Ziel soll noch vor Jahresende an die Vereinten Nationen gemeldet werden.

Mit dem Beschluss will die EU die im Pariser Klimaabkommen festgehaltenen Ziele einhalten. Noch vor Ablauf des Jahres soll das neue Klimaziel an die Vereinten Nationen gemeldet werden.

EU bis 2050 klimaneutral?

Die EU will bis 2050 klimaneutral werden, das heißt, sie will keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausstoßen oder speichern. Dazu will die EU weg von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl, Gas. Stattdessen sollen Ökostrom und Elektrofahrzeuge gefördert werden und Millionen von Häusern renoviert werden. Befürworter der verschärften Klimaziele sehen im Umbau der Wirtschaft vor allem Chancen für neue Jobs und Wohlstand, trotz notwendiger Milliardeninvestitionen.

Frankreich und Deutschland hatten sich für das neue 55% Ziel stark gemacht. Doch besonders aus den osteuropäischen Ländern gibt es starke Vorbehalte. In Ländern wie Polen wird beispielsweise noch immer stark auf Kohle gesetzt, daher forderten sie finanzielle Unterstützung von der EU für den Umbau ihrer Wirtschaften.

Kritik von Umweltorganisationen

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sieht vor, dass die Erderwärmung bei unter zwei Grad gestoppt wird, möglichst sogar bei 1,5 Grad, gemessen jeweils an der vorindustriellen Zeit. Dafür reichen die bisherigen Zusagen der rund 190 Mitgliedsstaaten aber nicht. Deshalb ist im Vertrag vorgesehen, dass alle fünf Jahre nachgebessert wird.

Kritik kam von der Umweltorganisatin Greenpeace. Um die im Pariser Klimaabkommen gesetzten Ziele zu erreichen, sei eine Reduzierung der Treibhausgase um 65 Prozent nötig, erklärte Deutschlands Greenpeace-Chef Martin Kaiser. Er sprach auch davon, dass die EU sich das neue Ziel "schön rechne", erstmals auch die Klimagase einberechnet werden sollen, die in Wäldern und anderen "Senken" gespeichert würden.