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In Nordmazedonien könnte Marihuana zu medizinischen Zwecken bald legalisiert werden

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In Nordmazedonien könnte Marihuana zu medizinischen Zwecken bald legalisiert werden
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Debatte läuft schon seit langem

Weltweit wächst die Nachfrage nach medizinische nutzbarem Hanf. In Nordmazedonien will man das nutzen. So betreibt das polnische Unternehmen Pharmacann in dem Balkanstaat eine eigene Anlage zum Anbau von Marihuana.

Die Pflanzen von Pharmacann wachsen in direkter Nachbarschaft zur Hauptstadt Skopje. Und dort soll das Parlament demnächst über die weitere Verwendung des Cannabis entscheiden.

Zlatko Keskovski leitet das Unternehmen. Er sagt: "Die Gesetzesänderung ist seit mehr als zwei Jahren in Arbeit. Wir erwarten uns davon, die Blüten als Endprodukt exportieren zu können."

Unterstützung erhalten die pharmazeutischen Marihuana-Hersteller von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die Gras legalisieren wollen. Einige Untersuchungen haben gezeigt: wird Medizinalhanf erlaubt, kann dies der Wirtschaft des Landes helfen.

"Einnahmen von 100 Millionen Euro"

Keskovski: "Generell glaube ich, wenn der Markt legalisiert wird, dann kann Nordmazedonien als Land durch die Touristen, die dann kommen werden, rund 100 Millionen Euro pro Jahr einnehmen."

Wir planen deutliche Änderungen im Gesetz.
Venko Filipce
Nordmazedoniens Gesundheitsminister

Vor kurzem sagte Regierungschef Zoran Zaev, die Regierung wolle die Nutzung von Marihuana ausweiten. Gesundheitsminister Venko Filipce sagte gegenüber Euronews: "Wir planen deutliche Änderungen im Gesetz. Zunächst einmal wollen wir den Export der Blüten erlauben, was im aktuellen Gesetz nicht klar geregelt ist. Andererseits wollen wir in der Gesellschaft eine Debatte über eine Strafbefreiung und Entkriminalisierung von Cannabis eröffnen, und sicher auch in gewissem Maße über die Legalisierung der Nutzung sprechen."

Die sozialdemokratisch geführte Regierung zeigt sich bereit, die Grenzen für die Hanfnutzung zumindest auszudehnen. Aber ob es zu Änderungen am Gesetz kommt, hängt am Ende auch an den anderen Parteien und an der öffentliche Debatte, die Anfang kommenden Jahres beginnen soll.