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40 000 Corona-Tote in Deutschland - Mutiertes B117 seit Weihnachten in Berlin

Erinnern an die Corona-Toten in Berlin am Arnswalder Platz (Prenzlauer Berg)
Erinnern an die Corona-Toten in Berlin am Arnswalder Platz (Prenzlauer Berg)   -   Copyright  Markus Schreiber via AP
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An diesem Samstag meldet das Robert Koch-Institut 24 694 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden sowie 1083 weitere Todesfälle. Auf der Liste der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hat Deutschland jetzt die Gesamtzahl von 40 000 Toten durch Covid-19 überschritten. Laut RKI liegt die Zahl am 9. Januar 2021 knapp darunter.

Zum Vergleich: In Italien sind fast 78.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben - davon 620 in den vergangenen 24 Stunden, in Frankreich wurden mehr als 67.000 Todesfälle registriert - 590 weitere seit Freitag. In Großbritannien steigen die Zahlen weiter dramatisch an, am Freitag wurden mehr als 1.300 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden registriert.

Unter dem Slogan "Corona-Tote sichtbar machen" hat eine Initiative am Stierbrunnen am Arnswalder Platz in Berlin-Prenzlauer Berg eine Gedenkstätte eingerichtet. Laut Berliner Zeitung organisieren der Journalist und Schriftsteller Christian Y. Schmidt und Künstlerin Veronika Radulovic seit dem Nikolaustag stille Gedenken für die Todesopfer von Covid-19.

Es gibt auch eine Facebook-Seite und ähnliche Initiativen in vielen anderen deutschen Städten sowie in der Schweiz und in Österreich. An den meisten Orten findet das Gedenken immer sonntags um 16 Uhr statt - so auch am 10. Januar.

"So viele Tote in 24 Stunden wie zwei vollbesetzte Jumbo-Jets"

Im Interview mit SWR1 erklärt Psychologe Prof. Michael Witthöft, es sei wichtig, "die Dramatik in Bilder zu packen", damit die Menschen verstehen und sich an die Corona-Regeln halten. "Wenn wir uns vorstellen, dass wir heute beispielsweise über 1.000 Todesopfer hatten, nur für die zurückliegenden 24 Stunden, dann ist es vergleichbar mit zwei vollbesetzten Jumbo-Jets, die über der Bundesrepublik abgestürzt sind. Ich glaube, es ist wichtig, das mal in Relation zu setzen, um sich deutlich zu machen, wie wir auf anderer Ebene mit Ereignissen umgehen würden, die so viele Todesopfer fordern, wie es Covid-19 derzeit tut."

Mutante B117 schon seit vor Weihnachten in Berlin

Wie der Berliner Tagesspiegel recherchiert hat, hat ein vor Weihnachten zum Familienbesuch angereister Student die britische Variante des Coronavirus B117 in der deutschen Hauptstadt verbreitet. Laut Carolina Böhm, Gesundheitsstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, lag das positive Testergebnis der aus Großbritannien eingereisten Person schon am Heiligabend vor. Doch der Nachweis, dass es sich um die Variante B117 handelt, traf erst am 7. Januar bei den Gesundheitsbehörden des Stadtteils ein.

Wieviele andere Personen der inzwischen genese Student angesteckt hat, wollte die Gesundheitsstadträtin nicht sagen. Carolina Böhm meinte aber laut Tagesspiegel, die anderen Familienmitglieder seien sehr schnell krank geworden. Es sei "wie bei Windpocken: hat es einer, haben es alle".

B117 ist viel ansteckender, aber laut Experten nicht gefährlicher als das nicht mutierte Coronavirus. Nachgewiesen wird das mutierte Virus durch Gen-Sequenzierung, die allerdings in den meisten EU-Staaten - anders als in Großbritannien und Dänemark - nur selten durchgeführt wird.