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Im Dauereinsatz: Landärztin kämpft gegen Unwissenheit

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Landärztin Viktoria Mahnych versorgt einen Covid-19-Patienten in Iltsi in der Westukraine
Landärztin Viktoria Mahnych versorgt einen Covid-19-Patienten in Iltsi in der Westukraine   -   Copyright  Evgeniy Maloletka/ Associated Press
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Viktoria Mahnych ist Landärztin in der Westukraine. In der Corona-Pandemie arbeitet sie fast rund um die Uhr, derzeit betreut sie mehr als 2000 PatientInnen in drei Dörfern, die Covid-19 und andere Krankheiten haben. Sie selbst habe auch Angst vor Corona, sagt sie, versuche aber nicht in Panik zu verfallen. Schutzkleidung trage sie nicht mehr, seit dem sie einmal fast von NachbarInnen verprügelt wurde, die sie im Anzug sahen und Angst bekamen.

Weihnachtsgottesdienste ohne Maske

In der Ukraine gab es bisher 1,1 Millionen bestätigte Corona-Fälle und fast 20.000 Tote. Mahnych befürchtet, dass die Zahl der Viruskranken jetzt nach den Feiertagen stark ansteigt, denn in der Ukraine gilt erst seit Freitag wieder ein Lockdown. Über Weihnachten und Neujahr fand das Leben weitestgehend normal statt, Innenstädte und Kirchen waren voll. Die Ärztin selbst hat die Weihnachtsmesse in Iltsi in der Nähe der rumänischen Grenze besucht. Sie sagt, sie wurde von anderen Gläubigen dazu gezwungen, ihre Maske abzunehmen.

"In seinem Haus beschützt uns Gott vor Allem, auch vor dem Virus", so Paraska, eine ältere Frau aus Iltsi. "In der Kirche sollte man keine Masken tragen. Wir bitten Gott um seinen Segen."

Mit dem Lockdown sind Schulen, Veranstaltungszentren und Restaurants bis zum 25. Januar erstmal geschlossen. Aber Städte wie Ternopil und Tscherkassy haben bereits angekündigt, die Maßnahmen nicht überwachen zu wollen - und das obwohl das ohnehin schwache ukrainische Gesundheitssystem bereits unter der Pandemie ächzt. Mahnych und andere ÄrztInnen hoffen jetzt auf den Beginn der Impfkampagne im März.