Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Lange Schlangen vor Krankenhäusern: Sauerstoffknappheit in Manaus

Access to the comments Kommentare
Von euronews
euronews_icons_loading
Lange Schlangen vor Krankenhäusern: Sauerstoffknappheit in Manaus
Copyright  Edmar Barros/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

In Brasilien sorgt die Sauerstoffknappheit in Krankenhäusern in Manaus für Wut auf die Regierung. Bewohnerinnen und Bewohner der Amazonas-Metropole protestierten aus ihren Wohnungen heraus gegen Präsident Jair Bolsonaros Kurs in der Corona-Krise, in dem sie mit Kochtöpfen Lärm machten.

Die Luftwaffe lieferte mehrere Tausend Liter Sauerstoff nach Manaus. Viele Menschen versuchen selbst, ihre Angehörigen mit Sauerstoff zu versorgen und stehen mit Flaschen vor den Krankenhäusern Schlange. Gesundheitsminister Eduardo Pazuello sprach von einem Kollaps in der Gesundheitsversorgung. Hunderte Patientinnen und Patienten müssten auf eine Behandlung warten.

60 Frühgeborene per Flugzeug verlegt

Einige werden zur Behandlung in andere Staaten gebracht. Die Regierung im Bundesstaat Amazonas sprach von über 200 Menschen, die verlegt werden sollten, darunter 60 Frühgeborene.

Das im abgelegenen Amazonas-Gebiet liegende Manaus ist besonders schlimm von der Pandemie betroffen. Am Freitag starben in der Stadt 213 Menschen an Covid-19, ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Präsident Jair Bolsonaro sagte, die Regierung tue, was nötig sei. Die Lage in Manaus sei schrecklich, aber die Regierung habe ihren Teil getan.

Neue Virusvariante kursiert in Brasilien

Der Anstieg der Zahlen in Manaus könnte auch auf die in Brasilien neu entdeckte Virusmutation zurück zu führen sein. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sie, wie die Varianten aus Großbritannien und Südafrika, leichter übertragbarer ist als der ursprüngliche Virus.

In Brasilien haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr Betroffene gibt es nur in den USA und Indien.