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FFP2-Pflicht: Wer soll das bezahlen?

FFP2-Masken sollen in Zukunft in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften getragen werden
FFP2-Masken sollen in Zukunft in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften getragen werden   -   Copyright  Kay Nietfeld/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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In der Beschlussvorlage des Coronagipfels heißt es, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften die medizinischen und teureren FFP-2-Masken getragen werden müssen. Denn die Schutzwirkung gegen Aerosole, winzige Feuchtigkeitströpfchen in der Luft, die das Coronavirus enthalten können, sind bei FFP-2-Masken größer als bei den normalen Stoffmasken.

Ab wann das Tragen der Filtermaske vom Typ FFP2 Pflicht wird, entscheiden die Bundesländer. In Bayern gilt die Pflicht bereits seit Montag. Auch in Skigebieten in Österreich gibt es bereits eine FFP2-Maskenpflicht. Für FFP2-Verweigerer werden in Bayern 250 Euro Strafe fällig.

FFP2-Masken bis zu 7 Euro pro Stück - keine Unterstützung für Geringverdiener?

Die Preisspanne für FFP2-Masken ist auffallend groß, sie reicht von unter zwei Euro pro Maske bis zu sieben Euro pro Stück. In den Apotheken kosten die hochwertigeren FFP2-Masken zwischen 3,50 und vier Euro pro Stück, im Drogeriemarkt ist eine eine Packung mit fünf Masken für zwölf bis 13 Euro zu haben. Manche Anbieter verlangen aber auch bis zu fünf bis sieben Euro pro Stück. Im Internet sind die Masken deutlich günstiger zu haben, allerdings wird hier auch minderweitige Ware ohne Zertifizierungen und Normzeichen angeboten, bei FFP2-Masken unter zwei Euro seien Zweifel angebracht, raten Experten.

Menschen über 60 Jahren bekommen die Filtermasken über die Krankenkassen ermäßigt. Der Bund habe 34 Millionen Gutscheine für FFP2-Masken versandt, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn auf der Pressekonferenz am Mittwoch, einen Tag nach dem Beschluss zur Maskenpflicht. Mit diesen Gutscheinen kann ein 12er-Pack in den Apotheken für sechs Euro erworben werden.

In den sozialen Netzwerken macht sich bereits Ärger über die höheren Kosten für die Bürgerinnen und Bürger breit, die mit einer bundesweiten Umsetzung der FFP2-Maskenpflicht verbunden wäre.

Besonders für Hartz-IV-Empfänger, Menschen mit geringem Einkommen und solche, die durch Jobverlust und Kurzarbeit von den Corona-Beschränkungen ohnehin wirtschaftlich betroffen sind, wären Mehrkosten für hochwertigere Masken deutlich spürbar.

Derzeit ist keine besondere Unterstützung für den Maskenkauf für Hartz-IV-Empfänger und Geringverdiener vorgesehen. Der Deutsche Caritasverband hat gefordert, kostenlose FFP2-Masken für Menschen mit niedrigem Einkommen auszugeben. Caritaspräsident Peter Neher nannte die Maskenpflicht zwar "sinnvoll", aber alle müssten sich die regelmäßige Anschaffung auch leisten können. "Berechtigungsscheine können unbürokratisch von Sozialämtern und Krankenkassen ausgestellt werden", so Neher.

Auch in den europäischen Nachbar´ländern wundert man sich, wie die hochwertigen Filtermasken bezahlt werden sollen. In Ländern wie Spanien oder Portugal mit einem niedrigeren Durchschnittseinkommen wäre solch eine Maßnahme schwer vermittelbar.

Wie erkennt man gute OP- und FFP-2-Masken?

FFP steht für englisch „filtering face piece“, also die Atemluft filternde Gesichtsmaske, deren Filterleistung in drei Stufen eingeteilt wird. Die höchste Stufe ist die dritte, FFP-3. Der filtrierende Stoff von FFP2 und FFP3-Masken ist elektrostatisch aufgeladen, so bleiben die Aerosole im Gewebe hängen, wie Staubteilchen an statisch aufgeladenen Textilien.

Die chinesische KN95-Maske sollte nur in Apotheken erworben werden, nur dann ist sichergestellt, dass die Maske in Deutschland getestet wurde. Ihr Schutz entspricht dann dem der FFP2-Maske mit dem CE-Kennzeichen CE0598. Die aus den USA stammenden Masken dieser Qualitätsstufe werden mit N 95 bezeichnet.

Auch der Preis kann ein Hinweis auf die Qualität sein. Experten raten bei Masken unter zwei Euro zu Vorsicht. Aber gerade in Online-Shops werden Masken angeboten, die zwar aussehen wie FFP2 und auch teilweise so bezeichnet werden, aber keine Zertifizierungen und Normzeichen haben.

Bei besonders preiswerten Masken rät Kähler zur Vorsicht. Kosten die Masken weniger als zwei Euro pro Stück, sollte man besser die Finger davon lassen, sagt der Experte.

Mit mindestens diesen vier Kennzeichen solle die Maske bedruckt sein:

  • Zertifizierungskennzeichen „EN 149“ ( die Norm, nach der die Funktion des Filtermaterials getestet sein muss)
  • Schutzstufe, also FFP-2 oder FFP-3 (FFP-2-Masken müssen mindestens 94 Prozent Aerosole aus der Luft filtern können)
  • CE-Zeichen (Nummer der zertifizierenden Institution)
  • NR bzw. R. (steht für "nicht wiederwendbar/not reusable" oder "wiederverwendbar/reusable"

Kann man FFP2-Masken mehrmals benutzen oder reinigen?

Können sich die Kosten für die Masken durch mehrmaliges Tragen verringern lassen?

Die Fachhochschule Münster hat Verfahren getestet, wie man die Masken für eine längere Nutzungsdauer aufbereiten kann. Bei 80 Grad Celsius, zum Beispiel im Backofen, seien die SARS-CoV-2-Viren nach 60 Minuten vollständig inaktiv.

Eine andere Methode sei das Trocknen der Maske an der Luft, was aber wesentlich länger dauert, als im Backofen.

Prinzipiell sollte unabhängig von der Methode die Maske immer nur von einer Person getragen werden, da ein Restrisiko bestehe, dass Erreger noch aktiv sind.

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