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Verschärftes Abtreibungsrecht in Polen: Verletzte und Verhaftungen

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Verschärftes Abtreibungsrecht in Polen: Verletzte und Verhaftungen
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Bei Protesten gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts in Polen hat die Polizei am Freitagabend in Warschau sechs Menschen festgenommen. Darunter eine der Anführerinnen der Protestbewegung, Klementyna Suchanow.

Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Zwei Sicherheitskräfte seien nach Auseinandersetzungen mit Demonstranten verletzt worden und in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher.

Protestanführerin Klementyna Suchanow wollte ihre Hoffnung ausdrücken

Klementyna Suchanow wird vorgeworfen, das Gelände des Verfassungsgerichts in Warschau betreten und ein Plakat an eine Tür genagelt zu haben. Mit dem Plakat, so Suchanow gegenüber der Nachrichtenagentur AP, wollte sie auf die kürzliche Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes in Argentinien hinweisen und die Hoffnung ausdrücken, dass Polen das nächste Land sein würde, in dem es eine Legalisierung geben wird.

In Warschau, Danzig, Kraukau, Lodz und anderen polnischen Großstädten waren am Freitagabend den dritten Tag in Folge Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen das reformierte Abtreibungsrecht zu protestieren.

Polinnen dürfen durch das neue Gesetz auch dann keine Schwangerschaften abbrechen, wenn das ungeborene Kind schwer missgebildet ist.

Im Oktober hatte das Verfassungsgericht des EU-Landes über die Änderung entschieden. Am Mittwoch war das umstrittene Gesetz dann nach monatelanger Verzögerung offiziell in Kraft getreten.

Nach Einschätzung von Beobachtern hat die polnische Regierung den Prozess bewusst hinausgezögert, um der Protestbewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Polen hatte bereits vor der Verschärfung des Abtreibungsrechts, eines der strengsten in Europa.

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