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Pariser Restaurant ist solidarisch: Ein-Euro-Mahlzeit für Studenten

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Von Euronews  mit DPA / AFP
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Pariser Restaurant ist solidarisch: Ein-Euro-Mahlzeit für Studenten
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In Frankreich erhalten Studenten ab kommender Woche wieder Zugang zur Mensa und zu einer Mahlzeit zum Preis von einem Euro.

Auch Gastronomen engagieren sich für junge Menschen, die besonders schwer unter der Coronakrise zu leiden haben, etwa das Pariser Restaurant "le Reflet".

Hier gibt es ein komplettes Menü: Vorspeise, Hauptgericht und Dessert zum Mitnehmen. Das Ganze für einen Euro, die Zutaten sind Spenden von Händlern und Zulieferern.

Das sei ein bescheidener Beitrag zur Linderung der Krise, meint Betreiber Olivier Vellutini. "Gleich, als wir damit anfingen, wurde uns bewusst, wie groß die Nachfrage ist. Und wenn das andere Restaurants dazu anregen kann, eine ähnliche Aktion zu starten, je nachdem, ob sie Lieferanten haben, die Lebensmittel und Verpackungen gratis zur Verfügung stellen, um so besser."

Die Belegschaft, die derzeit ohnehin reduzierte Arbeitszeiten hat, macht freiwillig mit. Restaurants sind in Frankreich immer noch geschlossen und dürfen lediglich einen Mitnahme- und Lieferservice anbieten.

Besser als Nudeln und Reis

Das hochwertige ein-Euro-Mal sei eine feine Sache, bestätige die Geografiestudentin an der Sorbonne Nastassia Grouchetzky. "Mehrere Monate lang habe ich mit Lebensmittelspenden Speisekammer und Kühlschrank gefüllt. Das ist das erste Mal, dass ich auf Restaurant stoße, mit Gerichten, die lecker zubereitet sind, zum Beispiel mit Gemüse. Darüber freue ich mich. Es schmeckt gut und ist eine Abwechslung zu Nudeln und Reis."

Solidarität ist ohnehin eine Spezialität des Restaurants (mit Ableger in Nantes), das bevorzugt Menschen mit Behinderung einstellt und sich selbst als "Ort des Teilens und der Geselligkeit" beschreibt.

Die Wut der Studenten über die Corona-Misere

Nach Protesten hatte Präsident Emmanuel Macron vor zwei Wochen kostenlose Besuche beim Psychologen und Ein-Euro-Mahlzeiten in der Mensa angekündigt, um die Wut der Studenten über die Corona-Misere zu besänftigen.

Studentinnen und Studenten fordern unter anderem die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Viele fühlen sich ungerecht behandelt, weil es - anders als an Schulen - an Frankreichs Universitäten aktuell größtenteils keinen Präsenzunterricht gibt.

Geklagt wird auch über psychische und finanzielle Probleme - vor allem, weil viele Studentenjobs derzeit wegfallen.