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Fall Nawalny: Deutschland weist russischen Diplomaten aus

Alexej Nawalny
Alexej Nawalny   -   Copyright  AP/Babuskinsky District Court
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Als Reaktion auf die Ausweisung eines deutschen Diplomaten aus Russland muss ein Mitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin das Land verlassen. Auch Schweden hat einen russischen Diplomaten des Landes verwiesen.

Das Auswärtige Amt teilte am Montag mit, dass ein russischer Diplomat zur „unerwünschten Person“ (persona non grata) erklärt wurde.

In der vergangenen Woche hatte Russland drei Diplomaten aus Deutschland, Polen und Schweden ausgewiesen. Sie sollen sich am 23. Januar in Moskau und St. Petersburg an Demonstrationen für die Freilassung des Kremlkritikers Alexej Nawalny beteiligt haben.

Die Regierungen der betroffenen Staaten weisen den Vorwurf zurück, die Vertreter seien nicht Teilnehmer, sondern Beobachter gewesen, hieß es.

Im russischen Staatsfernsehen wurden die drei Diplomaten wie Kriminelle vorgeführt. Das deutsche Außenministerium hatte erklärt, dass der Mitarbeiter lediglich seinen Aufgaben nachgegangen sei, indem er sich mit rechtmäßigen Mitteln über die Entwicklung vor Ort informiert habe.

Inzwischen hat auch die schwedische Regierung einen russischen Botschaftsmitarbeiter zum Verlassen des Landes aufgefordert, teilte die schwedische Außenministerin Ann Linde am Montag auf Twitter mit.

"Wir haben den russischen Botschafter darüber informiert, dass eine Person aus der russischen Botschaft gebeten wird, Schweden zu verlassen", so Linde. Es handele sich um eine klare Reaktion auf die inakzeptable Entscheidung, einen schwedischen Diplomaten auszuweisen, der nur seinen Pflichten nachgegangen sei.

Und auch Polen weist einen Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats in Poznan aus.

Am 23. Januar hatten in ganz Russland zehntausende Menschen für die Freilassung des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny und gegen Präsident Wladimir Putin demonstriert. Tausende waren festgenommen worden.