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Covid-19 und jetzt noch Ebola: Neuer Ausbruch im Kongo

Ebola
Ebola   -   Copyright  Jerome Delay/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Sechs Monate nach dem Ende des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben die Gesundheitsbehörden einen neuen Ausbruch der Krankheit bestätigt - es ist der vierte innerhalb von knapp drei Jahren.

Bereits vor rund einer Woche, am 3. Februar, sei eine Frau in der Stadt Butembo in der Provinz Nord-Kivu gestorben, teilte Gesundheitsminister des Landes Eteni Longondo mit.

Die Frau aus dem Dorf Biena fühlte sich einige Tage lang krank, bevor sie in einer nahe gelegenen Klinik untersucht wurde. Danach kam sie in ein größeres Krankenhaus in Butembo, starb aber, bevor sie die Ergebnisse erhielt.

Die Regierung hat damit begonnen, jeden aufzuspüren, der mit der Frau in Kontakt gekommen ist und versucht so, eine drohende Epidemie so schnell wie möglich einzudämmen, so Gesundheitsminister Longondo. Lokale Gesundheitskräfte hätten bereits mehr als 70 Personen aufgespürt, die möglicherweise mit ihr in Kontakt gekommen seien.

Die Meldung über den Ebola-Fall wurde am 7. Februar bekannt gegeben, erst vier Tage nachdem die Frau gestroben war.

Ebola - durchschnittlichen Sterblichkeitsrate von etwa 50 Prozent

Die Ebola-Virus-Krankheit, ist eine Infektionskrankheit mit einer durchschnittlichen Fallsterblichkeitsrate von etwa 50 Prozent. Die Betroffenen leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika waren 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen an dem Virus gestorben. Mittlerweile gibt es Impfstoffe gegen das Virus, die seit ihrem Einsatz 2018 in Westafrika an mehrere 100.000 Menschen verabreicht wurden.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist insgesamt der 12. im konfliktreichen Kongo, seit das Virus 1976 erstmals in dem Land entdeckt wurde. Der Ausbruch von 2018 im Ostkongo war nach 2014/2015 der zweittödlichste der Welt, 2.299 Menschen kam dabei ums Leben. Die Seuche wütete von Mitte 2018 etwa zwei Jahre lang. Der letzte Infektionsfall war laut WHO am 17. Februar 2020 in der Provinz Nord-Kivu gemeldet worden.

Dieser letzte Ebola-Ausbruch 2018 musste inmitten beispielloser Herausforderungen bekämpft werden, darunter ein verschärfter Konflikt zwischen bewaffneten Gruppen, die weltweit größte Masernepidemie und die beginnende Ausbreitung von Covid-19 Anfang 2020.

Fragiles Gesundheitssystem mit Covid-19 und Ebola konfrontiert

Die Gesundheitsbehörden befürchten, dass ein neuer Ebola-Ausbruch das fragile Gesundheitssystem der Demokratischen Republik Kongo schwer treffen könnte, zumal es derzeit mit einem Wiederaufflammen der Covid-19-Infektionen konfrontiert ist.

In der Demokratischen Republik Kongo sind Stand 9. Februar 23.671 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden, 681 Menschen sind bislang in dem Land an Covid-19 gestorben.

Jason Kindrachuk arbeitet in der Abteilung für medizinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten an der kanadischen Universität von Manitoba. Er forscht an Überlebenden des Ebola-Ausbruchs 2014-2016 in Westafrika, dem tödlichsten Ausbruch aller Zeiten.

Kindrachuk erklärt: "Während es Hoffnung gibt, dass diese frühe Identifizierung des Ebola-Ausbruchs bei der schnellen Eindämmung helfen kann, haben die Ebola-Ausbrüche und Covid-19 Kongos Gesundheitssystem an seine Grenzen gebracht, und dies könnte ein bereits verzweifeltes System noch mehr belasten."

Ebola-Virus kann im Sperma 3 Jahre lang überleben

Das Ebola-Virus ist hoch ansteckend und kann durch Körperflüssigkeiten wie Erbrochenes, Blut oder Sperma übertragen werden. Die Quelle der Ansteckung sei bei bei der verstorbenen Frau noch unbekannt, allerdings sei sie die Frau eines Ebola-Überlebenden, so die Behörden.

Einer Studie des New England Journal of Medicine zufolge kann das Virus im Sperma von männlichen Überlebenden für mehr als drei Jahre überleben. Gesundheitsexperten sagen, diese Erkenntnisse seien wichtig, um erneute Ausbrüche zu verstehen.

In einer Erklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum aktuellen Ebola-Ausbruch heißt es, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass sporadische Fälle nach einem größeren Ausbruch auftreten und dass frühere Ebola-Erfahrungen es bereits einfacher machten, mit diesen umzugehen.

"Das Fachwissen und die Kapazitäten der lokalen Gesundheitsteams waren entscheidend für die Entdeckung dieses neuen Ebola-Falls und ebneten den Weg für eine rechtzeitige Reaktion", sagte Dr. Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektor für Afrika. Die WHO untersucht den Fall und versucht, den Stamm des Virus zu identifizieren, um seine Verbindung zum vorherigen Ausbruch festzustellen.

Der Kongo leidet seit mehr als einem Vierteljahrhundert unter Konflikten, und das Misstrauen gegenüber staatlichen Stellen ist im Osten des Landes groß. Die Einwohner von Butembo fragen sich bereits, warum es vier Tage dauerte, bis die Ergebnisse bekannt gegeben wurden, nachdem die Frau getestet wurde.

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