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Tag der Kindersoldat:Innen

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Von Anelise Borges
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Tag der Kindersoldat:Innen
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Syrien, Jemen, Somalia, Nigeria.. In vielen Teilen der Welt herrscht Krieg. Kinder leiden am meisten unter Kriegen und Konflikten. Und eine besondere Grausamkeit ist es, wenn Erwachsene sie mit in ihre Kriege ziehen, sie zu Kindersoldat oder Kindersoldatin machen, sie kämpfen und töten lassen.

Ich war noch sehr jung. Eines Tages kam ich mit Vater und Mutter zurück von den Feldern. Wir gerieten in einen Hinterhalt der "Mayi-Mayi". Sie bedrohten meine Eltern, sie schlugen sie. Und sie nahmen mich mit in den Wald.
“Pablo”
Ehemaliger Kindersoldat

Zwei Jahre verbrachte Pablo in den Händen von Milizen in der Demokratischen Republik Kongo. Die setzten Kinder oft als menschliche Schutzschilde ein.

Die schwersten Momente waren während der Kämpfe, wenn wir aufs Schlachtfeld mussten. Aber es war auch sehr schwer, etwas zu essen oder einen Platz zum Schlafen zu finden. Medizinische Versorgung war ein echtes Problem – es gab keine. Wenn man krank wurde, konnte man nicht in ein Krankenhaus. Wir mussten uns im Wald etwas suchen, um uns selbst zu heilen.
"Pablo"
Ehemaliger Kindersoldat

Heute ist der der Red Hand Day, eine Aktion die 2003 in Deutschland entstand 2003 und sich schnell interantional verbreitete. UNICEF setzt sich für die Freilassung von Kindersoldaten und -soldatinnen ein und fordert Regierungen und bewaffnete Gruppen auf, ihren Einsatz zu ächten.

Schätzungen gehen von bis zu 250.000 Kindersoldaten und Kindersoldatinnen weltweit aus.Und die Dunkelziffer ist hoch. Bürgerkrieg, Armut und Hunger machen die Kinder zu den ersten Opfern.

In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Kindersoldaten um 75% gestiegen. Extreme Armut ist eine der wichtigsten Erklärungen für die Rekrutierung von Kindern, weil bewaffnete Gruppen den Kindern und ihren Familien versprechen, sie mit Essen zu versorgen, ihnen eine Ausbildung versprechen. Solche Versprechen kann Familien dazu verleiten, ihre Kinder an solche Gruppen sogar zu verschenken.
Camille Romain des Boscs
Vision du Monde

Zuletzt wurde ein ehemaliger ugandischer LRA-Kommandant vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen für schuldig befunden. Argumente der Verteidigung, dass der Täter selbst als 9 jähriger rekrutiert wurde, selbst ein Opfer war, wiesen die Richter zurück.

Dieser Fall veranschaulicht all den Schaden, der diesen Kindern zugefügt wird. Er zeigt, wie Kindheit zerstört und wie das Kind vom Opfer zum Täter wird. Und er zeigt, wie wichtig es ist, diesen Verbrechen ein Ende zu setzen.
Camille Romain des Boscs
Vision du Monde

Der Weg zurück in ein normales Leben ist sehr schwer für ehemalige Kindersoldaten und Kindersoldatinnen. Oft sind sie traumatisiert von dem, das sie erlebt haben - oder selbst tun mussten. Pablo hat eine zweite Chance bekommen - während der Rehabilitation lernte er ein Handwerk, er fand einen Weg in ein neues Leben.

Hunderttausende anderer Kinder und Jugendliche aber bleiben gefangen - in einem endlosen Kreislauf der Gewalt.