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Nach rassistischer Hetze: Juristin Debora Kayembe (45) setzt sich durch

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Menschenrechtsanwältin Debora Kayembe in Edinburgh
Menschenrechtsanwältin Debora Kayembe in Edinburgh   -   Copyright  ANDY BUCHANAN/AFP or licensors
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Die Universität von Edinburgh wurde vor über 400 Jahren gegründet, sie ist eine der ältesten in Schottland und der gesamten englischsprachigen Welt.

In wenigen Wochen wird die Uni Edinburgh erneut Geschichte schreiben, indem sie eine ehemalige Geflüchtete zu ihrer Rektorin ernennt.

Es handelt sich um die 45 Jahre alte Menschenrechtsanwältin Debora Kayembe, die aus der Demokratischen Republik Kongo nach Großbritannien kam.

Ihre Wahl wurde dieser Tage bestätigt.

Debora Kayembe ist selbst von ihrer Ernennung überrascht. "Es ist etwas in meinem Leben, von dem ich nie gedacht hätte, dass es mir passieren würde. Mein Leben war einfach eine Achterbahnfahrt."

Debora Kayembe - die in Kinshasa Jura studiert hat - floh vor 16 Jahren aus dem Kongo, weil eine Milizengruppe sie töten wollte.

Sie bekam Asyl in Großbritannien, aber auch in Schottland musste sie umziehen, nachdem sie rassistischen Beschimpfungen und Angriffen ausgesetzt war.

Rassismus in den sozialen Medien und gegen ihre Tochter: Kayembe setzt auf Dialog

Doch Debora Kayembe setzt auf Dialog - auch bei Hetze in den sozialen Medien.

Vor kurzem kam ihre Tochter weinend von der Schule nach Hause, eine Lehrerin hatte sie aufgefordert, vor ihren Mitschülern einen "Sklaventanz" aufzuführen.

Nach Gesprächen mit der Schule startete die Mutter eine Petition an das schottische Parlament - gegen Rassismus im Bildungssystem. Die Abgeordneten werden das Thema in den kommenden Monaten debattieren.

In die Demokratische Republik Kongo zurückzugehen, das kann sich Debora Kayembe auch heute nicht vorstellen. Aber Mitglieder ihrer Familie werden zur Zeremonie nach Schottland kommen, wenn die Anwältin ihr neues Amt antritt.

Zu den früheren Rektoren der Universität Edinburgh gehören die britischen Premierminister Winston Churchill und Gordon Brown. Letzterer war noch Student, als er im Alter von 21 Jahren Rektor wurde.

Die Uni Edinburgh war durch ihre Botschaft des Dialogs und der Toleranz auf Debora Kayembe aufmerksam geworden. "Sie haben mir gesagt, dass meine Botschaft als Präsidentin der Universität eine große Reichweite haben und dass die ganze Welt zuhören wird", sagt die engagierte Anwältin. "Deshalb möchten wir, dass Sie den Job übernehmen."

Journalist • Kirsten Ripper