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In Frankreich noch eine Seltenheit: Unterricht in freier Natur

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Unterricht in freier Natur
Unterricht in freier Natur   -   Copyright  SEBASTIEN SALOM-GOMIS/AFP or licensors
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Einmal die Woche dürfen diese französischen Vorschulkinder raus in die Natur: Schnecken sammeln, Blättersuppe kochen und Bäume umarmen, statt im Klassenzimmer zu versauern.

In Frankreich ist das aus Nordeuropa importierte Konzept der Wald- und Naturkindergärten noch relativ neu, macht aber gerade in diesen pandemiegeprägten Tagen Sinn.

Frische Luft schützt vor Ansteckung - und zu lernen gibt es draußen unglaublich viel.

Alles, was zum Freiluftunterricht nötig ist, haben die Lehrerin Aurélie Coulais und ihre Schüler dabei. Dazu gehört eine große blaue Plane, um die sich die Gruppe versammelt.

"Wir begrüßen wie üblich unseren Garten, wir schließen die Augen und hören auf die Geräusche."

Der Naturtag wirke wie ein Stoß Sauerstoff, meint Aurélie Coulais. Kinder gelten als Covid-Überträger, deswegen gelten strenge Hygieneregeln im Klassenraum.

"Das hat uns wirklich noch viel mehr überzeugt. Im Unterricht haben wir die ganze Zeit die Maske auf. Selbst wenn wir sie draußen tragen, bekommen wir mehr frische Luft ab. Und wir geben den Kindern Freiheit, wir geben ihnen etwas anderes als die tägliche Routine. Wir sorgen dafür, dass ihre Augen wieder ein kleines bisschen Funkeln."

Etwas anderes als die tägliche Routine

Die Ecole du Chambon in Clavé nahe Poitiers ist Vorreiterin in Sachen Naturunterricht. Doch das Phänomen greift um sich. Allein im Département des Deux-Sèvres haben rund 80 Einrichtungen ähnliche Projekte gestartet, berichten die Expertin und Autorin Crystèle Ferjou, die sich für die Verbreitung von Wald- und Naturkindergärten einsetzt.

"Um besser zu verstehen, braucht man Bewegung, das haben Erziehungswissenschaftler bewiesen."

Manchen ist der idyllische Naturtrend allerdings nicht ganz geheuer - und mit den gängigen frontalen Lehrmethoden schwer vereinbar. Ein bisschen frischer Wind könnte da Abhilfe schaffen.