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Crowdfunding boomt - Hilfe, wer teilt mein Risiko?

Von su
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Crowdfunding boomt - Hilfe, wer teilt mein Risiko?
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Pubs, Restaurants und Musiklokale in der Corona-Krise greifen offenbar mehr und mehr auf Online-Crowdfunding zurück, um die COVID-19-Pandemie zu überstehen.

Die in Großbritannien ansässige Plattform Crowdfunder hat seit März letzten Jahres 46 Millionen britische Pfund (54 Millionen Euro) auf ihrer Website gesammelt, mehr als doppelt so viel (+229 Prozent) wie im Vergleichszeitraum davor.

Dabei finanzieren Privatleute Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen mit Eigenkapital oder Spenden, wenn Banken mit Krediten zögern oder zu teuer sind.

Dem India Club Restaurant an der Londoner Traditionsadresse „The Strand“ blieb keine andere Wahl, als online um Hilfe zu rufen. Es startete im Januar eine Online-Crowdfunding-Kampagne, die über 45.000 britische Pfund (53.000 Euro) einbrachte.

Phiroza Marker, Managerin "India Club Restaurant":

“Da kamen Spenden zwischen fünf und 2.000 Pfund (6 bis 2.300 Euro) herein. Spenden von alten Stammkunden, bis hin zu Leuten aus Australien, die noch nie hier waren. Sie haben auf der Crowdfunding-Website unsere Geschichte gelesen, und sie waren gerührt. Also, ich meine, das zeigt wirklich menschliche Güte in diesen schwierigen Zeiten.”

Seit März 2020 strömten die Projekte nur so rein, so die Manager bei Crowdfunder – nach eigenen Angaben die größte britische Crowdfunding-Plattform, seit 2010 im Geschäft ("LinkedIn"), mit bis zu 50 Mitarbeitern. Damals wütete die Coronavirus-Pandemie in ganz Großbritannien.

Seit März 2020 habe man auf der Internetseite rund 13.000 Projekte gestartet, mehr als doppelt so viele wie in der Vorperiode.

Max Upton, Manager bei Crowdfunder:

“266 Finanzierungs-Appelle von Musik-Schauplätzen in einem Jahr – das gabs noch nie. Es ist verrückt und spiegelt deren Situation wider. Sie hatten immer zu kämpfen und COVID -19 hat ihnen irgendwie den Rest gegeben.”

Die Covid-Beschränkungen sind für Kultur und Gastronomie in ganz Europa ein Härtetest mit erheblichen Einnahmeausfällen – viele sind seit Monaten im Lockdown, Zukunft ungewiss.

su mit dpa

Weitere Quellen • dpa