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Nordfrankreich: Covid-Patienten werden nach Belgien ausgeflogen

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Ein französischer Rettungshubschrauber bringt einen Covid-Patienten nach Belgien
Ein französischer Rettungshubschrauber bringt einen Covid-Patienten nach Belgien   -   Copyright  Euronews
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Der letzte ausgiebige Einkaufsbummel und ein Hauch von Dolce Vita: Vor dem neuen Lockdown. In Rom und vielen anderen italienischen Städten haben die Menschen noch einmal das Gefühl relativer Freiheit genossen.

Ab Montag werden große Teile des Landes als Rote Zone eingestuft, um die steigende Zahl von Coronavirusinfektionen einzudämmen.

In zehn der zwanzig Regionen ist dann der Verzehr in Restaurants, Bars und Cafés verboten. Geschäfte ohne lebensnotwendige Waren müssen schließen. Gänge nach draußen sind nur für Lebensmitteleinkäufe, den Arbeitsweg, Sport und Arztbesuche erlaubt.

Viele Krankenhäuser in Italien warnen, dass ihnen die Betten auf den Intensivstationen ausgehen. Lucia MolIterni ist Lehrerin an einem Gymnasium in Rom und nutzte ebenfalls die Last-Minute-Gelegenheit. Allerdings in keiner allzu guten Stimmung: "Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, warum. Wenn selbst nach einem Jahr ein Rezept, nicht funktioniert, warum ändert man es nicht. Dies ist meine persönliche Meinung. Ich bin keine Expertin, ich bin keine Ärztin, aber aus psychologischer Sicht ist es unermesslich schädlich, ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Folgen für all die Branchen. __Ich bin absolut nicht damit einverstanden."

Frankreich: Nöte im Großraum Paris und im Norden

Covid-19-Patienten in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France werden inzwischen nach Belgien verlegt, da die Krankenhäuser vor Ort ihre Kapazitätsgrenze überschritten haben.

Die regionale Gesundheitsagentur (ARS) erklärte, dass in mehreren belgischen Krankenhäusern Intensivbetten zur Verfügung gestellt wurden, um den Franzosen zu helfen, mit den überfüllten Einrichtungen fertig zu werden.

Premierminister Jean Castex erklärte am Samstag, dass die Covid-19-Situation in der Region Paris extrem angespannt sei. Castex sagte, die Impfungen in allen Regionen würden am Wochenende verstärkt. Die französische Regierung hat keine neuen Alltagsbeschränkungen angekündigt. Sie setzt weiterhin auf die Ausgangssperre ab 18 Uhr und nicht auf einen Lockdown. Mit bislang fünf Millionen Geimpften konnte Castex am Samstag auch etwas Positives vermelden.

In Paris sind Patrouillen unterwegs, um Versammlungen aufzulösen sowie die Maskenpflicht, das Alkoholverbot und die Ausgangssperre durchzusetzen.

Die lokalen Behörden versuchen mit aller Macht, die Ausbreitung des Coronavirus und seiner Varianten in der Region Paris einzudämmen. Dort nähert sich die Belegungsrate der Intensivstationen dem Höhepunkt der zweiten Welle im vergangenen Herbst.

Die regionalen Gesundheitsbehörden kündigten am Wochenende die Lieferung einer neuen Charge von Pfizer-Impfstoffen an, die es Tausenden von Menschen ermöglicht, sich impfen zu lassen.

Franzosen in Madrid

Tausende junge Franzosen flüchten vor der Abschottungspolitik nach Madrid. Die Haupstadt hat sich in den vergangenen Monaten den Ruf einer Party-Metropole besonders für französische Kurz-Urlauber erworben.

Die Flexibilität der Regeln in der Region Madrid ist die Ursache für den Boom. Bars und Restaurants schließen später als im Rest des Landes. Mit dem Beginn der Ausgangssperre verlagern sich die Feiern in Wohnungen und Hotels.

Bei rund 50 Prozent der Touristen in der Region Madrid handelt es sich um Party-Gäste aus dem Ausland. Die lokale Wirtschaft steht ihnen alles andere als ablehnend gegenüber.

Verletzte Polizisten in Dresden

In mehreren deutschen Städten sind Tausende Menschen gegen die Corona-Beschränkungen auf die Straße gegangen. Dabei kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf Polizisten und Journalisten.

In Stuttgart versammelten sich deutlich mehr als die angemeldeten 750 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Nachdem der Veranstalter die Versammlung für beendet erklärt hatte, teilten sich die Demonstrierenden in zwei Gruppen auf. Dabei kam es vereinzelt zu Zusammenstößen mit der Polizei.

In München kamen sich mehrere tausend Menschen in der Nähe des bayerischen Landtags unter dem Motto "Ein Jahr Abschottungspolitik - genug ist genug". Am Rande von Demonstrationen in Dresden wurden 12 Polizisten verletzt. Die Behörden registrierten 47 Staftaten und erstatteten fast tausend Anzeigen und über 900 Platzverweise.

"Schwarzer Block" in Kopenhagen

In Kopenhagen versammelten sich erneut Anhänger der Gruppierung "Men in Black", um gegen Alltagseinschränkungen durch das dänische Epidemiegesetz zu protestieren. Forscher der Universität Aarhus haben festgestellt, dass die breite Zustimmung der dänischen Bevölkerung zu den Restriktionen bröckelt.